Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Pierin Vincenz: U-Haft um drei Monate verlängert

Pierin Vincenz bleibt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ist erneut auf mögliche strafrechtlich relevante Transaktionen gestossen. Ausserdem kam es wieder zu Hausdurchsuchungen.
Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (Archiv/Keystone)

Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (Archiv/Keystone)

Während Pierin Vincenz weiter hinter Gittern sitzt, ist einer seiner Posten, von denen er zurückgetreten ist, neu besetzt worden. Der Bündner Stromversorger Repower hat eine neue Verwaltungsratspräsidentin. An der Generalversammlung des Unternehmens wählten die Aktionäre Monika Krüsi in das Amt. Sie ersetzt damit den ehemaligen Raiffeisen-Chef.

Vincenz war vor seinem Rücktritt bei Repower bereits aus den Verwaltungsräten anderer Unternehmen zurückgetreten, zum Beispiel als Präsident des Versicherers Helvetia. Dank seines dortigen Abgangs hatte die Finanzmarktaufsicht Finma das Zwangsverfahren gegen ihn eingestellt. Das Verfahren der Finma bezog sich auf mutmassliche Interessenskonflikte und Regelverstösse während der Zeit von Vincenz als Raiffeisen-Chef.

In Untersuchungshaft in Zürich sitzt Vincenz seit vergangenem März aber aus einem anderen Grund. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Er soll bei Firmenübernahmen durch Raiffeisen (Investnet) und durch die Kreditkartenfirma Aduno (Commtrain) ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe. Gemäss einem Communiqué der Staatsanwaltschaft Zürich ist die Untersuchungshaft für Vincenz und den früheren Aduno-Chef Beat Stocker um ein Vierteljahr verlängert worden. Das Zwangsmassnahmengericht hat über die Haftverlängerung entschieden. Wie «Inside Paradeplatz» schreibt, fordert Lorenz Erni, der Anwalt von Vincenz, dessen sofortige Entlassung aus dem Gefängnis. Erni verlangte bereits vor Wochen eine Entlassung, drang damit aber nicht durch.

Absprachen unter Komplizen verhindern

Im Schreiben der Staatsanwaltschaft heisst es weiter, dass das Verfahren auf zwei weitere Personen ausgedehnt und an deren Wohn- und Arbeitsorten Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden. Gegen diese beiden Beschuldigten sei ein Strafverfahren wegen Gehilfenschaft zur ­ungetreuen Geschäftsbesorgung eröffnet worden. Sie wurden nach der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme wieder auf freien Fuss gesetzt. Für die Straf­behörden besteht offensichtlich weiter Kollusionsgefahr: Vincenz und andere Verdächtige könnten Beweise verschwinden lassen oder sich absprechen. Für die Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

Unter die Lupe genommen werden laut «Inside Paradeplatz» auch die Spesen von Vincenz. Im Bericht werden Geschäftspartner zitiert, die angeben, Vincenz habe seine Raiffeisen-Kreditkarte extensiv für Ausgaben genutzt, die nicht in direktem Zusammenhang mit seinen Aufgaben gestanden seien. (sda/awp/bor)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.