Turbulente Zeiten für den IWF

Washington/Jerusalem. Erst der abrupte Abgang von Direktor Dominique Strauss-Kahn, dann das Ringen um den Chefposten, jetzt ein mysteriöser Cyberangriff: Der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt nicht zur Ruhe.

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Washington/Jerusalem. Erst der abrupte Abgang von Direktor Dominique Strauss-Kahn, dann das Ringen um den Chefposten, jetzt ein mysteriöser Cyberangriff: Der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt nicht zur Ruhe. Laut Medienberichten ist der IWF Opfer einer Cyberattacke geworden, die möglicherweise von einer ausländischen Regierung ausging. Beim Angriff sei «eine grosse Menge» Daten entfernt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Es gehe um E-Mails und andere Dokumente. Welche Regierung hinter dem Angriff stecken soll, wurde aber nicht erwähnt.

Der Angriff auf das Computersystem des Fonds, in dem Berichten zufolge hochvertrauliche Daten über die Finanzsituation verschiedener Länder gespeichert sind, habe sich vor der Festnahme Strauss-Kahns am 14. Mai ereignet. Die «New York Times» zitierte Insider mit den Worten, die Computerattacke sei ernst. «Es war ein sehr bedeutender Eingriff», sagte ein Beamter.

Unterdessen konkurriert ein Trio um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn: Die französische Finanzministerin Christine Lagarde, der mexikanische Notenbankchef Agustín Carstens und seit dem Wochenende auch der Gouverneur der israelischen Zentralbank, Stanley Fischer. Ein Problem ist allerdings sein Alter von 67 Jahren. Laut IWF-Statuten dürfen Bewerber nicht älter als 65 sein. Daher müsste zunächst über eine Statutenänderung entschieden werden. (dpa)

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