Trüber Sommer im Tourismus

Der schwache Euro verdirbt der Schweizer Hotellerie die Sommersaison. Einen deutlichen Zuwachs an Gästen soll es laut Prognose erst 2012 wieder geben.

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Bern. Zwischen Mai und Oktober dieses Jahres dürften in Schweizer Hotelbetten 0,7% weniger Gäste nächtigen als im Sommer vergangenen Jahres. Das prognostizieren die Ökonomen von BAK basel Economics. Schon der letzte Sommer war für den Schweizer Tourismus relativ schlecht verlaufen mit 3,8% weniger Gästen. Im gesamten Tourismusjahr 2009 (von November 2008 bis Oktober 2009) verzeichnete die Branche ein Minus von 4,7%.

Gäste mit Euro bleiben fern

Die trüben Aussichten für die nächsten Monate resultieren vor allem aus einer schwachen ausländischen Nachfrage: 1,2% weniger ausländische Touristen erwartet das BAK. Aus Ländern mit dem Euro dürften rund 5% weniger Gäste anreisen. Neben der schwachen Einheitswährung dämpfen die hohe Arbeitslosigkeit und die Schuldenprobleme die Reisefreude im Ausland.

Amerikaner als Lichtblick

Die Nachfrage aus der Schweiz wird mit prognostizierten –0,1% voraussichtlich mehr oder weniger stabil bleiben, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) als Auftraggeber der BAK-Untersuchung weiter mitteilte. Einen Lichtblick bieten die US-Amerikaner: Wegen den Passionsspielen im bayrischen Oberammergau rechnet die BAK mit einer Viertelmillion mehr Übernachtungen von Amerikanern in der Schweiz.

In der vergangenen Wintersaison konnte die Schweizer Hotellerie dank der starken Nachfrage aus dem Inland ihre Betten um 0,2% besser füllen als im Winter davor. In den Hotels nächtigten 1,3% mehr Schweizer Gäste.

Allerdings gab es nur in den grossen Städten von November bis April eine bessere Belegung. Die Bergregionen verzeichneten Rückgänge zwischen 0,2% und, im Wallis, 2,8%.

Steiler aufwärts erst 2012

Für die kommende Wintersaison erwartet die BAK 1,1% mehr Übernachtungen. Für den Sommer 2011 stellt sie ein Plus von 0,2% in Aussicht und für das ganze Tourismusjahr 2012 eine Steigerung um 1,8%.

Die Bergbahnen könnten im laufenden Tourismusjahr 2010 das «herausragende» Vorjahresergebnis nicht mehr erreichen, schreibt das Seco. Die Verkehrserträge dürften um 5,2% sinken.

Auch 2011 müssen die Bahnen mit einem leichten Rückgang rechnen, während sie 2012 um 1,7% zulegen dürften. (sda)