Trübe Aussichten für Griechenland

BRÜSSEL. Eigentlich sollte es der griechischen Wirtschaft besser gehen. Doch gestern hat die EU-Kommission ihre Prognosen für die gebeutelte griechische Wirtschaft deutlich heruntergeschraubt.

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BRÜSSEL. Eigentlich sollte es der griechischen Wirtschaft besser gehen. Doch gestern hat die EU-Kommission ihre Prognosen für die gebeutelte griechische Wirtschaft deutlich heruntergeschraubt. Rechnete sie zuvor mit 2,5 Prozent Wachstum, erwartet sie nun für das laufende Jahr nur noch 0,5 Prozent. Dabei schien die griechische Wirtschaft erst gerade die Talsohle durchschritten zu haben. Erstmals seit fünf Jahren wuchs sie letztes Jahr wieder leicht, erstmals wurde wieder mehr investiert, es wurden 100 000 neue Stellen geschaffen.

Diese positive Entwicklung werde aber durch Ungewissheit gebremst, schreibt die EU-Kommission in ihrer Prognose für Griechenland. Unverblümt weist sie die Schuld dafür der griechischen Regierung zu. Der «Mangel an Klarheit», wo die griechische Regierung in den Schuldenverhandlungen mit der EU stehe, verschlimmere die Lage weiter.

Ob und wann die EU, der Internationale Währungsfonds (IWF) und Griechenland eine Einigung im Schuldenstreit finden, ist nach wie vor offen. Griechenland will früher versprochene Reformen nicht umsetzen, die Geberländer machen dies aber zur Bedingung für weitere Gelder. Diplomaten aller Seiten arbeiten daran, eine neue Reformliste vorzuschlagen. Die Zeit drängt, denn dem griechischen Staat geht das Bargeld aus. Offensichtlich kommen die Gespräche nach wie vor nur schleppend voran. Die EU-Kommission geht indes unverdrossen davon aus, dass sich eine Lösung finden lässt. (ffe.)

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