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Mit gutem Gewissen saubere Zähne:
Trisa lanciert die Öko-Zahnbürste

Trisa entwickelt Zahnbürsten mit einem Griff aus Holz und einem Bürstenkopf aus Bio-Kunststoff. Auch die Verpackung soll umweltschonender werden. Für Letzteres ist ein neues Gebäude geplant.
Rainer Rickenbach
Adrian Pfenniger mit einem Modell der Holzzahnbürste am Hauptsitz in Triengen. (Bild: Nadia Schärli (6. Mai 2019))

Adrian Pfenniger mit einem Modell der Holzzahnbürste am Hauptsitz in Triengen. (Bild: Nadia Schärli (6. Mai 2019))

Die Entwickler sind zwar noch an der Arbeit. Doch schon im Verlauf dieses Jahres werden die ­ersten umweltschonenden Zahnbürsten aus dem Werk in Triengen an die Kunden und Geschäftspartner ausgeliefert. «Die Zahnbürsten werden aus Materialien bestehen, die sich wiederverwerten lassen, die biologisch abbaubar sind oder aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden», sagt Adrian Pfenniger, der bei Trisa für das Tagesgeschäft verantwortlich ist.

Die Trienger stellen pro Jahr 250 Millionen Zahnbürsten her und beliefern direkt oder über ihre Partner fast alle Kontinente. Die Idee, das Massengut ökologischer zu gestalten, fügt sich in eine Reihe von ressourcenschonenden Massnahmen ein, die Trisa bereits vor der Jahrtausendwende Schritt um Schritt in die Tat umgesetzt hat.

Borsten aus Rizinus

«Wir gehen die Umweltverträglichkeit gesamtheitlich an», so Pfenniger. Angefangen hatte das Unternehmen damit schon vor zwanzig Jahren, als es auf dem Dach eines Neubaus die erste Solaranlage installierte. Das grösste Vorhaben bisher bildete der Holzschnitzel-Wärmeverbund, mit dem sich die Trisa-Gebäude ohne einen Tropfen Heizöl heizen lassen und dessen Kapazität ausreicht, auch noch die Dorfkirche und ein paar Mehrfamilienhäuser zu versorgen. Zu diesem Zweck wird ebenfalls die Abwärme des Maschinenparks genutzt.

Den nächsten Schritt bilden nun die Produkte. Der Zahnbürsten-Prototyp liegt bereits vor. Die heutigen Kunststoffgriffe werden durch Griffe aus Holz ersetzt. Pfenniger: «Das Holz dafür beziehen wir aus nachhaltig bewirtschafteten Schweizer Wäldern.» Zuschneidung und Bearbeitung geschehen maschinell bei Trisa.Der Kopf, in dem die Borsten verankert sind, besteht aus wiederverwertbaremBio-Kunststoff.Für die Borsten verwendet Trisa ein Biomaterial, das auf Rizinus basiert.

Die Verpackung besteht aus rezykliertem Karton und aus einer zu 80 Prozent wiederverwerteten PET-Folie, hinter der sich die Produkte präsentieren lassen. Auf die Folie könnte Trisa zwar auch verzichten, doch sprechen marketingtechnische Überlegungen dagegen. Denn Massengüter werden auch mit den Augen gekauft. Pfenniger:

«Gestaltung und Design sind im Wettbewerb entscheidend».

Wie gut das Ökoreinigungsgerät bei den Konsumenten ankommt und ob diese auch bereit sind, dafür etwas mehr zu zahlen, ist die zentrale offene Frage beim Projekt. Pfenniger ist zuversichtlich: «Marktbefragungen machten deutlich, dass die Konsumenten die Idee gut finden – sofern Leistung und Qualität nicht darunter leiden. Wir sind auf gutem Weg, das hinzubekommen. Der Preisunterschied zu den herkömmlichen Zahnbürsten wird ohnehin gering ausfallen.»

Verschobene Aufträge drücken auf den Umsatz

Die Trisa-Gruppe machte im vergangenen Geschäftsjahr 1,6 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Er summiert sich auf insgesamt 219,6 Millionen Franken. Grund für den Rückgang sind Aufträge, die Ende Jahr verschoben werden mussten. Inzwischen sind diese ausgeführt und der Umsatz stieg deshalb in den ersten drei Monaten 2019 überdurchschnittlich stark an. Das Jahresergebnis sei solid ausgefallen, sagt Trisa-Chef Adrian Pfenniger. Der Gewinn fiel um 1,6 Millionen Franken tiefer aus. Er beziffert sich für 2018 auf 18,3 Millionen Franken. Leicht zugelegt hat das Unternehmen bei den Verkäufen in der Schweiz, Europa und Asien. Die USA und der Mittlere Osten hingegen lagen hinter dem Vorjahreserlös zurück. Der Umsatzanteil von neuen Produkten, die in den zurückliegenden drei Jahren lanciert wurden, lag bei 29 Prozent. Die Trisa-Gruppe mit ihren Standorten Triengen und Ebnat-Kappel beschäftigt insgesamt 1100 Mitarbeitende. 800 von ihnen sind zugleich Aktionäre des Stammhauses. Sie erhalten dieses Jahr eine unveränderte Dividende von 16 Prozent.

Die Kunststoff-Zahnbürsten werden indes nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Als Fernziel schwebt Pfenniger ein Wiederverwertungssystem vor, wie es heute bei PET-Flaschen oder Altpapier schon recht gut funktioniert. «Der Kunststoff müsste ja nicht unbedingt wieder für Zahnbürsten gebraucht werden», so Pfenniger.

17 Millionen für den Neubau

Bereits in diesen Tagen kommt Trisa mit einer neuen Generation der motorgetriebenen Sonic-Schallzahnbürsten auf den Markt. Pfenniger: «Sie verfügen dank der Schwingankertechnologie mit ihrem speziellen Antrieb über eine stärkere Reinigungsleistung. Auch bei ihnen haben wir darauf geachtet, dass ein schöner Teil der Materialien wiederverwertbar ist.» Der Markt Elektrozahnbürsten ist gross, rund die Hälfte der Westeuropäer benutzen motorgetriebene Zahnreinigungsgeräte. Auf dem Werkgelände von Trisa entsteht neben dem Hochregallager ein neues Gebäude. Dort soll künftig die Verpackung konzentriert werden. «Die räumliche Nähe zum Lager erspart unnötige Wege. Zudem verschafft die Konzentration dieses Arbeitsschrittes mehr Platz in den anderen Gebäuden. Budgetiert sind für den Neubau 17 Millionen Franken, Maschinen und Infrastruktur nicht mitgerechnet», sagt Pfenniger.

Der Neubau umfasst 6000 Quadratmeter Arbeitsfläche. Die Baubewilligung liegt bereits vor, der Spatenstich ist für den Spätherbst dieses Jahres terminiert. Wenn alles rund läuft, ist das zweistöckige Verpackungszen­trum im Sommer 2021 betriebsbereit. Insgesamt investiert Trisa dieses Jahr rund 25 Millionen Franken. Nebst dem Bauvorhaben fliesst ein schöner Teil davon in Digitalisierungsprojekte, in den Maschinenpark sowie in Forschung und Entwicklung.

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