Transport
Auch Spar fährt mit Wasserstoff - und will noch vor Weihnachten eine Wasserstofftankstelle eröffnen

Spar hat einen Wasserstoff-Laster in Betrieb genommen. Damit fahren in der Ostschweiz bereits rund zehn H2-Lastwagen. Spar arbeitet deshalb mit Avia Osterwalder zusammen: Noch dieses Jahr soll in Winkeln die zweite Wasserstofftankstelle eröffnet werden.

Kaspar Enz
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Der Detailhändler Spar setzt einen Hyundai-Wasserstofflastwagen ein, um die Läden in der Zentralschweiz zu beliefern.

Der Detailhändler Spar setzt einen Hyundai-Wasserstofflastwagen ein, um die Läden in der Zentralschweiz zu beliefern.

Bild: Ralph Ribi

Eine echte Feier erlauben die Massnahmen gegen Corona noch nicht. Etwas Weisswein und Häppchen warteten trotzdem auf das neuste Mitglied der Lastwagenflotte des Detailhändlers Spar. Das Fahrzeug des koreanischen Herstellers Hyundai, das gestern Nachmittag beim Spar-Verteilzentrum zwischen St.Gallen und Gossau vorfuhr, ist kein gewöhnlicher Laster. «Unser fliegender Diamant», nennt ihn Transportleiter Alfred Derungs.

Er fährt mit Wasserstoff. Geschont wird er nicht. Ab Montag geht es morgens um drei los, er beliefert die zehn Märkte in der Innerschweiz. 300 bis 400 Kilometer täglich, 130'000 Kilometer im Jahr, wie die Diesellaster, nur leiser und Abgasfrei.

Alfred Derungs, Betriebsleiter Transportlogistik, Spar

Alfred Derungs, Betriebsleiter Transportlogistik, Spar

Bild: Ralph Ribi

Damit fahre bereits gut zehn Prozent des Spar-Fuhrparks CO2-frei, sagt Logistikchef Beat Huber: Der Hybrid-Lastwagen, der bereits seit 2012 in Betrieb sei, fahre weitgehend elektrisch. Das Appenzellerland und die Filialen am Bodensee beliefert ein Elektro-Lastwagen. Doch für die meisten Touren wäre der ungeeignet, sagt Huber.

«Wir beliefern von hier aus die ganze Deutschschweiz.»

Osterwalder plant zweite Tankstelle

Auch die Tankstelle, die Spar nahe dem Verteilzentrum betreibt, soll bald Wasserstoff anbieten. Gebaut und betrieben werden die zwei neuen Wasserstoffzapfsäulen von Avia Osterwalder.

Martin Osterwalder, Mitglied der Gruppenleitung, Avia Osterwalder

Martin Osterwalder, Mitglied der Gruppenleitung, Avia Osterwalder

Bild: Ralph Ribi

Das Unternehmen betreibt bereits an der St.Galler Oberstrasse eine Wasserstofftankstelle. Sie war eine der ersten, die im Rahmen des Projekts H2-Mobilität Schweiz in Betrieb genommen wurde. Mit Erfolg. «Wir zählen bis 15 Betankungen täglich», sagt Geschäftsleitungsmitglied Martin Osterwalder.

Noch vor Weihnachten soll hier die zweite eröffnet werden, noch näher an den Kunden: Ganz in der Nähe haben Coop und Migros ihre Ostschweizer Verteilzentren, die letzten Herbst ihre Wasserstoff-Lastwagen abgeholt hatten. Die Transportunternehmen Cavegn, Camion Transport und Gebrüder Weiss haben ebenfalls in der Ostschweiz H2-Laster stationiert. «Auch die Stadtpolizei und einige Gemeinden haben bereits H2-Autos.»

Wasserstoff vom nahen Wasserkraftwerk

Mit den St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken will Osterwalder bald auch Wasserstoff mit Strom aus dem nahen Wasserkraftwerk Kubel produzieren. Nicht nur, um regionale Kunden mit regionalem Strom zu beliefern. Im Rahmen des Projekts H2-Mobilität wird derzeit noch in Gösgen mit Wasserkraft Wasserstoff produziert. «Doch es gibt bereits Engpässe», sagt Osterwalder.

Daniel Keller, COO Hyundai Hydrogen Mobility

Daniel Keller, COO Hyundai Hydrogen Mobility

Bild: Ralph Ribi

Kein Wunder. Mit der neusten Tranche sind bereits 46 Wasserstoff-Lastwagen in der Schweiz im Einsatz, sagt Daniel Keller von der Hyundai Hydrogen Mobility, die die Lastwagen in die Schweiz Exportiert. Über 1000 sollen es dereinst werden. «Die Erfahrungen der Kunden sind bis jetzt gut», sagt er. Interessenten kommen nun auch vom europäischen Ausland auf ihn zu. Doch auch Spar bleibt dran. Die Option auf einen zweiten Laster bestehe, sagt Beat Huber. «Aber erst muss sich das Fahrzeug bewähren.»

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