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Tradition ist kein Ruhekissen

Am 4. Ostschweizer Food Forum hat sich alles um Innovation gedreht. Es wurde klar, dass es heute auch in der Lebensmittelbranche nicht mehr ausreicht, «nur» aus Tradition gut zu sein.
Christof Lampart

WEINFELDEN. 100 Portionen Caramel kreiert die junge Mattwilerin Barbara Meijerink («Mürbel») auf einmal in einem Kupfertopf. Ihr Mann stempelt derweil die richtigen Geschmackrichtungsangaben wie «Chili» oder «Whiskey» auf die Packungen und die Mutter hilft mit. Bei «Mürbel» handelte es sich um einen jener genussverheissenden Stände, welche sich am Food Forum im Weinfelder Rathaus von ihrer besten Seite zeigten. «Besten Seite» deshalb, weil die Aussteller nicht einfach leckere Sachen produzierten, sondern stets dabei das gewisse Extra für den Kunden im Auge hatten.

Kein reines Premiumprodukt

Dass sich dabei die Unternehmensphilosophie zwischen einem Start-up und einem international tätigen Unternehmen nicht gross unterscheiden muss, zeigte das Beispiel von Dieter Bachmann. Denn obwohl seine Gottlieber Spezialitäten AG viele Nummern grösser als das Kleinstunternehmen aus Mattwil ist, verfocht der Herr der Hüppen den Standpunkt, dass «Tradition kein Ruhekissen ist».

Zwar gehe bei den Hüppen-Bäckern nach wie vor «alles über Liebe und Leidenschaft», was sich auch an der aufwendigen Produktion zeige. «Wir backen jeden Crêpe einzeln, rollen ihn zu Hüppen und verpacken ihn auch einzeln», sagte Bachmann.

Gleichzeitig gelte es aber auch im Vertrieb und Marketing neue Wege zu beschreiten – und zugleich zu wissen, wo man sich selbst Grenzen setzen müsse. So habe er bewusst darauf verzichtet, die Gottlieber Hüppen als reines Premiumprodukt anzubieten, denn Untersuchungen hätten gezeigt, dass «die Bauernfrau unser Gebäck genauso schätzt wie die Frau vom Zürichberg. Und wir wollten es uns mit keiner unserer Kundengruppen verscherzen», sagte Bachmann.

Zustand als Basis

Und die Rechnung mit der «Herkunft als Zukunft» ging auf: Waren es früher satte 85% der Produktion, die in den Fremdverkauf gingen, so verhält es sich, seit Bachmann 2008 die Firma übernahm, genau umgekehrt. «Wir haben es geschafft, die Hüppen mit einem Gehalt aufzuladen, welches die Kunden dazu bringt, diese gerne zu kaufen», so Bachmann über die positive Macht eines Images.

Dies sei jedoch nur möglich gewesen, weil man nicht den zweiten vor den ersten Schritt tat: «Es war wichtig für uns, dass wir unsere Geschäftsstrategie auf dem damaligen Zustand aufbauten – und nicht darauf, wo wir gerne hinkommen würden», erklärte Bachmann. Dass man als Unternehmer dabei nicht immer nur auf dem Erfolgspfad wandle, mache nichts, denn «auf dem Sterbebett bereut man nur, was man im Leben nicht gemacht hat».

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