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TOURISMUS: Spanien verdrängt USA als zweitwichtigstes globales Ferienziel

Nur Frankreich ist noch beliebter als Spanien. 87 Milliarden Euro gaben ausländische Reisende letztes Jahr in Spanien aus. Hoteliers reiben sich die Hände.

«Wir sind eine Weltmacht in Sachen Tourismus», freut sich Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy. Die Zahlen geben ihm Recht. Mit knapp 82 Millionen ausländischen Feriengästen im vergangenen Jahr schob sich das spanische Königreich auf Platz zwei der weltweit beliebtesten Reiseziele. Unter dem Strich kamen letztes Jahr insgesamt 9 Prozent mehr Gäste als im Jahr zuvor, teilte Spaniens Statistikamt INE nun mit.

Eine stolze Bilanz für die Spanier, für welche der boomende Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftsstandbein der Nation geworden ist. 12 Prozent des gesamten Bruttoinlandprodukts werden bereits durch das Feriengeschäft erwirtschaftet – und es ist kein Ende dieses Hochs in Sicht: Sonne, Strand und die reichhaltige iberische Kultur ziehen jedes Jahr immer mehr Menschen an.

Ein Viertel kommt aus Grossbritannien

Nur Frankreich mit annähernd 88 Millionen Besuchern ist noch beliebter. Doch wenn Spaniens touristische Entwicklung weiterhin so grosse Sprünge macht, könnte sich auch dies noch ändern. «Spanien kann auf 100 Millionen Urlauber im Jahr kommen», prophezeite Zurab Pololikashvili, der Generalsekretär der Welttourismusorganisation. Mit dem neuen Feriengäste-Rekord verdrängte Spanien sogar die Tourismus-Grossmacht USA auf Platz drei der globalen Rangliste. Die US-Regierung legte zwar noch keine abschliessende Statistik für 2017 vor. Doch Washington bestätigt schon die Tendenz – und die ist negativ. Insofern weiss man, dass die Gästezahl in den USA 2017 hinter jener des Vorjahres zurückblieb, als noch knapp 77 Millionen Besucher kamen.

Das kräftige Gästeplus in Spanien lässt die Kassen sehr kräftig klingeln: 87 Milliarden Euro gaben die ausländischen Touristen letztes Jahr im Land aus, rechneten die Statistiker aus. Das sind üppige 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hoteliers und Gastronomen reiben sich die Hände. Auch für den hoch verschuldeten Staat ist dies ein Segen. Denn wenn es Spaniens Wirtschaft, die 2017 um 3,1 Prozent wuchs, besser geht, sprudeln die Steuereinnahmen.

Auffallend ist, dass seit Jahren die Briten die Liste der Spanien-Reisenden anführen. Daran hat weder die Brexit-Entscheidung noch die Abwertung des britischen Pfundes, welche die Ferien für die Briten teurer macht, etwas geändert. Knapp ein Viertel aller Spanien-Besucher kommen aus Grossbritannien. Mit grossem Abstand folgen die Deutschen, die immerhin noch knapp 15 Prozent der Feriengäste stellen. Nur auf Mallorca geben die Germanen wie sonst keine andere Nation den Ton an. Mehr als 40 Prozent aller Mallorca-Touristen kommen demnach aus Deutschland.

21 Prozent mehr Touristen aus der Schweiz

Während die Besucherzahl aus Grossbritannien und Deutschland eher moderat wächst, schwillt der Strom der Reisenden aus einigen anderen Ländern in zweistelliger Höhe an: Aus den USA kamen 32 Prozent mehr Touristen nach Spanien, aus der Schweiz 21 Prozent, und auch bei den Russen verzeichnete man ein Plus von 14 Prozent. Mehr als 8000 Kilometer Küste, durchschnittlich 300 Sonnentage, 46 Monumente und Altstädte, die zum Weltkulturerbe gehören: Dies sind starke Argumente, die offenbar in der Reisewelt nicht ohne Eindruck bleiben.

Aber da ist noch etwas, stellte Spaniens König Felipe dieser Tage fest: Die Spanier seien einfach ein nettes Volk. «Wir sind», meinte Felipe, «offene, freundliche und einladende Menschen, die gerne ihre Leidenschaft für das Leben teilen.»

Ralph Schulze, Madrid

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