TOURISMUS: Das Geschäft mit Frischvermählten

Hochzeitsreisen laufen gut. Inseln im Indischen Ozean stehen ganz oben in der Gunst der Brautpaare. Diese sind bereit, für die Reisen viel Geld auszugeben – erhalten vor Ort aber auch diverse Vergünstigungen.

Andreas Lorenz-Meyer
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Die Seychellen stehen bei Honeymoonern hoch im Kurs. (Bild: Getty)

Die Seychellen stehen bei Honeymoonern hoch im Kurs. (Bild: Getty)

Andreas Lorenz-Meyer

Ein Hotel auf den Seychellen. Von der Honeymoon-Suite zum Sandstrand sind es wenige Meter. Zweifellos der richtige Rahmen für die Flitterwochen. Doch wollen es nicht alle Frischvermählten so romantisch, manche bevorzugen auch Action, etwa eine Safari in Namibia. Egal, welcher Geschmack, die Reiseveranstalter richten sich auf diese besondere Zielgruppe ein. Einen eigenen Flitterwochenkatalog gibt es bei Hotelplan zwar nicht. «Wir haben aber verschiedene Reisen und Destinationen, die bestens für Hochzeitsreisen geeignet sind», sagt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

In den letzten Jahren haben die Buchungen wieder zugenommen. Frisch Vermählte geben für die Hochzeitsreise durchschnittlich mehr aus als für normale Ferien, je nach Reisedauer und Destination zwischen 10 000 und 20 000 Franken. Manche gönnen sich ein Hotel in einer höheren Kategorie, andere nehmen statt Doppelzimmer eine Suite. Die Erwartungen sind hoch, alles muss stimmen. Darum empfiehlt Huguenin-dit-Lenoir, sich im Reisebüro beraten zu lassen.

Trauung auf Mauritius ist in der Schweiz gültig

Die Hochzeitspaare sind dem demografischen Trend entsprechend etwas älter als vor 10 oder 20 Jahren, durchschnittlich zwischen 28 und 38 Jahre alt. Zudem haben Gay-Partnerschaften zugenommen (siehe Kasten). Allgemein werden die Hochzeitsreisen länger im Voraus geplant als andere Reisen. Beliebt sind Bade­ferien auf den Malediven, Seychellen, auf Mauritius, Bali oder in Thailand. Viele buchen auch einen Road Trip in Kanada oder die Australienrundreise. Bei kleinerem Budget wählt man eine Städtereise, klassischerweise Venedig oder Paris.

Es lohnt sich, in der Nebensaison zu reisen. Laut Huguenin-dit-Lenoir gibt es dann spezielle Angebote wie «Braut wohnt gratis» auf Mauritius. Dort und auf den Seychellen kann man auch eine Hochzeit organisieren. Die Trauung ist in der Schweiz gültig. Auf den Malediven lässt sich auch eine Hochzeitszeremonie durchführen. Die gilt jedoch in der Schweiz nicht als standesamtliche Trauung. Auch TUI Suisse bietet Privilegien für Hochzeitsreisende. Bei der Luxusmarke Airtours etwa einen Chauffeurservice von zu Hause zum Flughafen und dort dann Zutritt zur Lounge. Vor Ort zählt ein kostenloses Upgrade zu den Vorteilen.

In den Flitterwochen im Trend liegen Erwachsenenhotels. Viele Unterkünfte haben eine Honeymoon-Suite, die Hochzeitsreisenden vorbehalten ist. Laut Bianca Schmidt von TUI Suisse buchen Honeymooner öfter in Reisebüros als online, weil sie den persönlichen Kontakt zum Berater wollen. Man kann bei TUI Suisse auch in der Destination heiraten. Das sind dann individuell im Reisebüro zusammengestellte Reisen. Meist geht es in ein europäisches Land, da Familie und Freunde an den Feiern teilnehmen sollen. Beliebt sind hier vor allem Griechenland sowie Ibiza und Mallorca.

Paare sollen später als Familie wiederkommen

Kuoni führt eine Extra-Rubrik Hochzeitsreisen. Hier finden sich Reisen, die von der Unterkunft her für Flitterwochen geeignet sind. «Selbstverständlich arbeiten wir auch darauf hin, dass die Paare später wieder bei uns buchen, zum Beispiel für ihre Familienferien», sagt Marcel Schlatter von Kuoni. Frischvermählte gönnen sich in der Regel etwas mehr Luxus. Sie geben für 10 bis 14 Tage Mauritius im Durchschnitt 6000 bis 6500 Fr. pro Paar aus. Viele Hotels bieten verschiedene Extras für Honeymooner. Etwa ein romantisches Gratis-Abendessen. Oder einen kostenlosen Katamaran-Ausflug, eine Gratis-Massage oder eine Flasche Champagner aufs Zimmer.

Am beliebtesten ist auch bei Kuoni Mauritius. «Das Land setzt voll auf Honeymooners und bietet unglaublich viele Angebote», sagt Schlatter. Auf den Plätzen folgen Malediven und Seychellen. Letztere böten Kontakte zur lokalen Bevölkerung und Kultur.