Tourismus als Motor der Wirtschaft

In Spanien hat der Tourismus 2014 ein Rekordjahr erlebt. Die Branche sorgt für Wachstum und schafft neue Arbeitsplätze. Jede fünfte von insgesamt mehr als 400 000 neuen Stellen entstand im Feriengeschäft.

Ralph Schulze
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Feriengäste helfen Spaniens Wirtschaft auf die Sprünge. (Bild: ky/Karl Mathis)

Feriengäste helfen Spaniens Wirtschaft auf die Sprünge. (Bild: ky/Karl Mathis)

MADRID. Noch nie kamen so viele ausländische Besucher nach Spanien: Rund 65 Mio. Touristen wurden 2014 gezählt – ein Rekord. Das boomende Feriengeschäft mit einem Plus von über 7% gegenüber dem Vorjahr ist die Wirtschafts-Lokomotive. Das «Tourismuswunder» treibt den Konjunkturmotor an, der nach Jahren der Krise endlich wieder angesprungen ist und auch neue Jobs entstehen liess.

Neue Arbeitsplätze entstanden

Die Wirtschaft wuchs 2014 um geschätzte 1,4%, für das laufende Jahr werden gar 2% vorausgesagt. Damit liegt Spanien noch über dem durchschnittlichen Wachstum im Euroraum. Dies bringt auch für den angespannten Arbeitsmarkt eine leichte Entlastung: Mit einer Arbeitslosenquote von knapp 24% – bei den unter 25-Jährigen 52% – ist Spanien zwar zusammen mit Griechenland noch EU-Schlusslicht. Doch immerhin wurden 2014 über 400 000 neue Arbeitsplätze geschaffen – jeder fünfte davon entstand in der Tourismusindustrie.

Jeder fünfte ausländische Tourist stammt aus Grossbritannien. Das zweitstärkste Kontingent stellen die Franzosen. Auf dem dritten Platz kommt Deutschland, von wo rund 10,5 Mio. oder 16% aller ausländischen Feriengäste kommen. Der Touristenstrom aus der Schweiz nach Spanien wuchs um 10 Prozent.

Immer weniger Russen

Die Liebe zu Spanien der Russen, die in den letzten Jahren immer zahlreicher Hotels bevölkerten und Ferienhäuschen kauften, hat einen ziemlichen Knacks bekommen, bricht gar von Monat zu Monat tiefer ein. Dies vor allem weil der russische Rubel gegenüber dem Euro zunehmend an Wert verliert. Dies macht die Ferien im Euroraum für die Russen plötzlich sehr teuer. Sie reisen nun lieber nach Ägypten und in die Türkei.

Doch dies scheint bisher für Spaniens Tourismuswirtschaft verkraftbar zu sein, zumal sich auch die heimische Ferienlaune aufgeheitert hat: Viele Spanier konnten sich in den letzten Jahren keine Ferienreise leisten, weil die Wirtschaftskrise Löcher im Familienbudget hinterliess. Nun erobern sie ihre Strände wieder zurück.

Reiseziel Nummer eins war 2014 Katalonien mit der Costa Brava und Barcelona. Jeden vierten Feriengast, insgesamt fast 17 Mio. Touristen, zog es in diese nordöstliche Mittelmeerregion.