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Grosse Nachfrage: Die Toggenburger Firma Berlinger produziert weiter Dopingflaschen

Die Nachfrage nach den Behältern für Dopingproben aus Ganterschwil ist so stark, dass die Berlinger Special AG die Produktion der Flaschen auf Wunsch der Anti-Doping-Behörden nun doch weiterführt.
Stefan Borkert
Die Berlinger Special AG, Ganterschwil, ist weltweit die Nummer 1, wenn es um Behälter für Dopingproben geht. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Die Berlinger Special AG, Ganterschwil, ist weltweit die Nummer 1, wenn es um Behälter für Dopingproben geht. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Die bisher so sicher geltenden Flaschen für Dopingproben made in Switzerland hatten Ende 2017 kurzfristig einen ziemlichen Imageschaden genommen. Ein deutsches Reporterteam hatte Manipulationsmöglichkeiten bei der damals neuen Flaschenge-neration aufgedeckt. Berlinger stellte sofort auf die Vorgängermodelle um und kündigte an, mittelfristig aus dem Geschäft auszusteigen. Dann wurde im Sommer 2018 eine Zusammenarbeit mit der schwedischen Arne-Ljungqvist-Stiftung in die Wege geleitet. Derzeit werden die Verträge gemacht. Zudem gab es wegen der grossen Nachfrage letztes Jahr Lieferengpässe. Denn die Bereg-Kits sind im Grunde das Beste, was es auf dem Markt gibt.

Gestern nun informierte Berlinger die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, alle internationalen Sportverbände, nationalen Anti-Doping-Agenturen und Kunden, dass sie unter dem Dach der Berlinger Special AG ihre Anti-Doping-Produkte weiter produziert. «Eine überwältigende Mehrheit der nationalen Anti-Doping-Agenturen, hat uns mehrfach darum gebeten die Produktion weiterzuführen», begründet das Verwaltungsratspräsidentin Andrea Berlinger.

Unternehmenssprecher Hans Klaus ergänzt: «Im Verlauf der letzten zwölf Monate hatten wir sehr viele Gespräche mit unseren Kunden weltweit. Diese haben uns eindringlich gebeten, nicht auszusteigen. Die Nachfrage nach unseren Anti-Doping-Produkten im 2018 war enorm.» Man habe daraufhin die Absichtserklärung neu überdacht und eine gute Lösung gesucht. Die Analyse ergab schliesslich, «dass wir die Produktion selber in der Schweiz weiterführen wollen». Der Verwaltungsrat der Berlinger Special AG habe diesen Entscheid jetzt bestätigt.

Keine Furcht vor erneuten Reporter-Tests

Vor erneuten Tests seitens Reportern fürchtet sich das Toggenburger Unternehmen nicht. «Berlinger braucht sich vor niemandem zu fürchten. Unsere Anti-Doping-Behälter für Blut und Urin gelten bei Athleten, Anti-Doping-Behörden und den Sportverbänden auf der ganzen Welt als qualitativ bestes Produkt», sagt Klaus und fährt fort: «Wir haben mehr als 20 Jahre Erfahrung auf diesem Feld und setzen uns mit aller Kraft für einen fairen und sauberen Sport ein.»

Die Berlinger Special AG teste ihre Produkte immer auch mit staatlich zertifizierten Prüfstellen in der Schweiz. Und auf die Frosttest angesprochen erwidert er: «Da gehören Temperaturtests selbstverständlich dazu. Wir arbeiten bei der Entwicklung mit renommierten Materialspezialisten, Kriminologen und Ingenieuren zusammen. Die Produkte werden laufend weiterentwickelt.» Für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea habe Berlinger auf Wunsch der Wada und des IOC jene Version geliefert, welche in ähnlicher Form auch bei den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 verwendet wurde, blickt Klaus zurück.

«Während zweier Monate, im September und Oktober 2017, gab es eine neue Version der Urinbehälter. Aufgrund von Handlingproblemen bei diesem Typ haben wir die Produktion bereits im Dezember 2017 wieder eingestellt.» Klaus betont weiter: «Bei den heute produzierten Anti-Doping-Behältern handelt es sich um eine weiterentwickelte Version der Flaschen, die in Pyeongchang im Einsatz waren.»

Dopingproben werden bei internationalen Wettbewerben, wie Olympische Spiele, Leichtathletik- oder Fussballwettbewerbe in der Regel praktisch zu 100 Prozent mit Berlinger Spezial-Behältern durchgeführt. Die Anzahl Dopingproben, welche zwischen den Wettbewerben abgegeben werden, dürfte bei zirka 80 bis 90 Prozent liegen, schätzt Klaus.

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