Tim Cook sagt: «Trump hat sich falsch entschieden»

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Klimaschutz Die Liste reicht von A wie Adobe bis Z wie Zocdoc und umfasst auch mehr als 20 der grössten amerikanischen Unternehmen. Unter dem Slogan «We are still in» (Wir sind immer noch mit dabei) hat eine Koalition von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik zu Wochenbeginn ein Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen veröffentlicht. Auch wenn Washington dem internationalen Pakt den Rücken zukehre, heisst es in einem offenen Brief, würden die Unterzeichner des Aufrufs weiterhin alles daransetzen, den Ausstoss von Schadstoffen zu reduzieren.

Noch keine offene Revolte der Geschäftswelt

Zwar wäre es falsch, von einer offenen Revolte der Geschäftswelt zu sprechen, denn es unterstützt bisher kein führendes Energieunternehmen den Aufruf der Klimaschützer. Umwelt-Aktivisten zeigten sich in ersten Stellungnahmen dennoch begeistert über das grosse Echo auf den offenen Brief. Weil «We are still in» sowohl von Politikern als auch von Unternehmern unterstützt werde, werde es den Unterzeichnern sehr viel schwerer fallen, die Versprechen zu brechen, sagte Anne Kelly von der gemeinnützigen Gruppierung Ceres. Viele der mehr als 900 Firmen, die den Brief bereits unterzeichnet haben, hätten Pläne zur Reduktion von Treibhausgas, sagte Kelly.

Von dieser Welle des Aktivismus scheinen plötzlich auch führende Manager angesteckt zu sein. Sie kritisieren Präsident Donald Trump, der am Donnerstag im Rosengarten des Weissen Hauses verkündet hatte, dass die USA sich im Jahr 2020, unter Einhaltung der regulären Kündigungsfrist, von «Paris» verabschieden wird, in deutlichen Worten für seinen Beschluss. So sagte Apple-Konzernchef Tim Cook zu Wochenbeginn an die Adresse des republikanischen Präsidenten: «Er hat sich falsch entschieden.» Eine Abkehr von Paris sei nicht im besten Interesse der USA.

Rücktritt aus Trumps Beratergremium

Einen Schritt weiter ging Bob Iger, der langjährige Chef des Unterhaltungskonzerns Walt Disney Company. Er verabschiedete sich «aus Prinzip» aus einem wirtschaftspolitischen Beratungsgremium, das der Präsident kurz vor seinem Amtsantritt ins Leben gerufen hatte. Natürlich handelte es sich bei dem Rücktritt des Managers um einen weitgehend symbolischen Schritt – Trump gilt als beratungsresistent und der Demokrat Iger schwänzte bereits die letzte Sitzung des Beratungsgremiums. Andererseits sagte der Disney-Chef noch vor einem Monat, er sei der Meinung, seine Firma profitiere davon, wenn er die Gelegenheit erhalte, dem Präsidenten seine Ansichten zu unterbreiten. Für Igers Spitzkehre gibt es zwei Gründe. Erstens zeigen Meinungsumfragen, dass der Klimaschutz im Allgemeinen und Paris im Speziellen selbst in den USA eine gewisse Popularität geniessen. Und zweitens sehen sich amerikanische Unternehmen zunehmend unter Druck ihrer Investoren, die fordern, dass sich Firmen ernsthaft mit dem Klimawandel auseinandersetzen müssen. (rrw)