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TICKETS: Schutz für Fluggäste

Nach mehreren Airline-Pleiten fordern Reiseverbände erneut eine Kundengeldabsicherung der Luftfahrtgesellschaften.

«Eine Million geschädigte Passagiere innerhalb von drei Monaten sind genug.» Das schreiben alle Landesverbände, die dem europäischen Dachverband der Reisebranche ECTAA angeschlossen sind. Adressiert ist der Brief an das EU-Ministerium für Mobilität und Verkehr. An dieses ergeht die Forderung, dass die Airlines endlich eine Kundengeldabsicherung haben müssen. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) hat sich diesem Begehren angeschlossen.

In den vergangenen Monaten sind gleich mehrere Fluggesellschaften am Boden geblieben: Air Berlin, deren Tochter Niki oder die britische Monarch. ­Resultat: Mehrere 10000 Fluggäste strandeten im Ausland, oder sie konnten ihre Reise mit bereits bezahlten Tickets nicht antreten. Nicht nur Passiere seien durch die Groundings geschädigt worden, sondern auch Reisebüros und Reiseveranstalter, die Flüge innerhalb einer Pauschalreise verkauft hätten. Damit hätten sie für die gestrandeten ­Kunden Ersatzflüge und Hotelübernachtungen organisieren müssen. Meist sei der alternative Flug viel teurer als das, was der Kunde dem Reisebüro bezahlt habe, sagt SRV-Geschäftsführer Walter Kunz: «Das heisst, das Reisebüro verliert erstens das Geld, das es der Pleite-Airline bezahlt hat. Zweitens muss das Reisebüro noch einen viel teureren Flug besorgen.» Dagegen wehre man sich. Für kleinere Reisebüros könne das existenzbedrohend sein.

Die Swiss legt sich quer

Es dürfe nicht sein, dass die Reisebranche für die Risiken der Fluggesellschaften geradestehen müsse, sagt Kunz. Deshalb fordern die 30 ECTAA-Landesverbände, dass die EU die Airlines verpflichtet, die Kundengelder künftig abzusichern. Diese Absicherung solle über den Ticketpreis finanziert werden. Dies würde zu steigenden Flugpreisen führen. Das Ausmass sei schwierig zu beziffern, sagt Kunz. Und: Jede Fluggesellschaft, die Europa anfliege, müsste so eine Kundengeldabsicherung aufweisen.

Über die Chancen des Vorstosses sagt Kunz, diese «waren noch nie so gut wie jetzt nach all den Airline-Konkursen in der letzten Zeit». Denn es seien sehr viele Kunden zu Schaden gekommen. Die Reisebranche hatte in den vergangenen Jahren wiederholt eine Kundengeldabsicherung der Airlines gefordert, war aber damit nie durchgedrungen.

Die Swiss lehnt die Forderung der Reisebranche ab: «Grundsätzlich solle «jene Partei die Versicherungsprämien bezahlen, die im Schadensfall auch die Versicherungsleistung erhält», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott. Konkret wären das die Passagiere oder die Reiseveranstalter. Darüber hinaus seien die Rechte für Flugpassagiere in Europa bereits stark ausgebaut. Swiss erachte daher «eine weitere, einseitige Belastung der europäischen ­Luftfahrtunternehmen als nicht zweckmässig». (sda)

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