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Aufsichtsrat gibt grünes Licht: Thyssenkrupp streicht 6000 Jobs

Nach der gescheiterten Fusion der Stahlsparte mit Tata Steel richtet Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff den Konzern neu aus. Nun hat er dafür vom Aufsichtsrat die nötige Zustimmung bekommen.
Dunkle Wolken über dem Hauptsitz von Thyssenkrupp in Essen. Bild: Martin Meissner/AP (20. Mai 2019.

Dunkle Wolken über dem Hauptsitz von Thyssenkrupp in Essen. Bild: Martin Meissner/AP (20. Mai 2019.

(sda/lb) Der Verwaltungsrat von Thyssenkrupp hat grünes Licht für den weitreichenden Umbau des Industriekonzerns gegeben. Damit werden 6000 Stellen gestrichen. Das Kontrollgremium habe einstimmig den Plänen des Vorstands zur grundlegenden Neuausrichtung des Unternehmens zugestimmt, teilte Thyssenkrupp am Dienstag mit.

«Wir als Aufsichtsrat sind überzeugt davon, dass der Vorstand mit der neuen Strategie den richtigen Weg eingeschlagen hat», sagte Verwaltungsratsvorsitzende Martina Merz laut Mitteilung. Damit werde Thyssenkrupp «den Interessen von Mitarbeitern, Kunden und Aktionären gleichermassen gerecht», so Merz weiter.

Liftsparte soll teilweise an die Börse

Bislang wollte Konzernchef Guido Kerkhoff den finanziell angeschlagenen Konzern in zwei eigenständige Unternehmen für Werkstoffe und Industriegüter aufspalten. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch. Jetzt soll der Konzern zwar als Ganzes erhalten bleiben, seine Struktur aber deutlich verändern. Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, will Thyssenkrupp die profitable Aufzugssparte des Konzerns teilweise an die Börse bringen.

Kürzlich hatte Thyssenkrupp die geplante Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Riesen Tata Steel abgesagt. Das Scheitern war der Auslöser des Strategieschwenks. Kerkhoff hatte die Fusion abgeblasen, weil er nicht mehr mit dem Ja der EU-Kommission zu dem Bündnis rechnet. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrösster Stahlkonzern entstanden.

Thyssenkrupp wollte so die Abhängigkeit vom schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet. Jetzt bleibt der Stahl zusammen mit dem Materialhandel ein Kernbereich des Konzerns.

Direkt nach der Absage an die Stahlfusion hatte der Vorstand die Beschäftigten mit der Ankündigung aufgeschreckt, beim geplanten Abbau von 6000 Stellen könne es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Mittlerweile hat Thyssenkrupp der IG Metall aber zugesichert, dass dies nur die allerletzte Möglichkeit sein soll.

Das neue Konzept für Thyssenkrupp mit seinen rund 160'000 Mitarbeitern sieht eine Umwandlung der Konzernzentrale in eine schlanke Dachgesellschaft vor. Die einzelnen Sparten des Firmengeflechts aus Stahl, Autoteilen, Fabrikbau, Werften und Aufzügen sollen mehr Eigenständigkeit erhalten.

Verbunden ist das Konzept mit erheblichen Einsparungen. Kerkhoff will die jährlichen Verwaltungskosten von derzeit 380 Millionen Euro auf unter 200 Millionen Euro in etwa halbieren.

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