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Thurgauer Wirtschaft nimmt Fahrt auf

Während die Industrie mehr und mehr an Schwung gewinnt, lassen die Auftriebskräfte im Bau auf hohem Niveau nach. Dabei sieht es im Ausbaugewerbe besser aus als im Bauhauptgewerbe. Lau läuft nach wie vor der Detailhandel.
Thomas Griesser Kym
Stadler Rail ist ein Schwergewicht der Thurgauer Industrie. (Bild: Thi My Lien Nguyen (Bussnang, 20. September 2017)

Stadler Rail ist ein Schwergewicht der Thurgauer Industrie. (Bild: Thi My Lien Nguyen (Bussnang, 20. September 2017)

Mit der relativ robusten Welt­konjunktur und der jüngsten ­Erstarkung des Euro respektive Abschwächung des Frankens im Rücken hat sich die Geschäftslage der Thurgauer Industrie in den ersten Monaten des Jahres erneut verbessert. Die Produktion hat im ersten Quartal weiter zugenommen, es sind mehr Bestellungen eingegangen, und der Auftragsbestand hat sich deutlich erholt. So hat im April fast jeder vierte Thurgauer Industriebetrieb einen hohen Vorrat an Aufträgen gemeldet. Drei Monate zuvor waren es lediglich halb so viele. Von zu wenig gefüllten Auftragsbüchern spricht nicht einmal mehr jede zehnte Firma.

Das geht aus dem jüngsten Thurgauer Wirtschaftsbarometer hervor, hinter dem der Kanton, die Kantonalbank, die Industrie- und Handelskammer sowie der Gewerbeverband stehen. Die Umfrage hat zudem ergeben, dass die Industrie ihre Produktionskapazität im ersten Quartal weiter ausgebaut hat. Und es gibt noch mehr zu tun: Waren es im Januar lediglich 4 Prozent der Firmen, die an Kapazitätsgrenzen gestossen waren, so berichteten von solchen Engpässen im April bereits 18 Prozent.

Thurgauer Exporte

Vorjahresveränderung in Prozent
Thurgau
Schweiz
2012201320142015201620171.Q 18Jahr-10-505

Stadler Rail verzerrt die Exportbilanz

Besonders stark exportorientierte Branche wie der Maschinenbau laufen auf höheren Touren. Die Ausfuhren haben im ersten Quartal in fast allen grösseren Branchen angezogen (siehe ­Grafik). Einzig im Fahrzeugbau ­waren die Exporte im Vorjahresvergleich rückläufig. Das hat allerdings einzig zu tun mit dem Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail. Bei diesem hängt es jeweils davon ab, zu welchem Zeitpunkt einzelne Grossaufträge verbucht werden, und entsprechend können die Quartalsergebnisse sehr volatil ausfallen. Stadler hat ein derart grosses Gewicht, dass seine geringeren Exporte im ersten Quartal 2018 die ganze Thurgauer Exportbilanz gedrückt haben, um 5,5 Prozent. In der Tendenz aber wachsen die Ausfuhren seit Anfang 2017, und dies hat sich 2018 fortgesetzt. So legten der Maschinen- und der Metallbau im ersten Quartal um je 9 Prozent zu, die Präzisionsinstrumente um 10 Prozent und die Kunststoffindustrie um 18 Prozent. In den meisten Branchen entwickelten sich die Exporte der Thurgauer Firmen auch besser als im landesweiten Mittel.

Für das laufende zweite Quartal erwarten die befragten Industriebetriebe mehrheitlich, dass die Produktion weiter zunimmt und der Bestellungseingang weiter anzieht. Auch mit Blick auf die erwartete Lage in sechs Monaten äussern sich die Firmen markant zuversichtlicher als noch zu Jahresbeginn. Ins­gesamt erwarten 40 Prozent der Industriebetriebe eine weitere Aufhellung. Mit einer Verdüsterung kalkulieren nur wenige Unternehmen.

Preisdruck im Bau, Detailhandel tritt an Ort

Die Thurgauer Baukonjunktur dagegen flacht allmählich ab, wie das Barometer zeigt. Insgesamt laufen die Geschäfte zwar nach wie vor relativ rege, und jeder dritte Betrieb nennt seine ­Geschäftslage gut und nur jeder zehnte schlecht. Doch das Bild ist gespalten. Stütze ist das Ausbaugewerbe (zu dem Maler, Gipser, Bodenleger, Elektro- und Sanitärinstallateure, Heizungsmonteure usw. zählen), in dem die Nachfrage weiter angezogen hat und dessen Firmen bis Herbst mit einer stabilen Lage rechnen. Dagegen spricht im Bauhauptgewerbe nur noch jeder zehnte Betrieb von einer guten Geschäftslage und jeder vierte von einer schlechten. Vielerorts wird der Auftragsbestand als zu niedrig bezeichnet. Immerhin rechnet das Bauhauptgewerbe damit, dass sich die Geschäftslage bis Herbst wieder etwas bessert. Hoch bleiben dürfte allerdings der Preisdruck.

Nicht recht vom Fleck kommt im Thurgau der Detailhandel. Stichworte hierbei sind der Einkaufstourismus, der in Grenz­nähe trotz Euro-Erstarkung nach wie vor ausgeprägt ist, und der zunehmende Onlinehandel. Die Detaillisten beurteilen ihre Geschäftslage im Vergleich zu vor drei Monaten praktisch unverändert, was bedeutet: Die meisten nennen sie befriedigend. 6 Prozent bezeichnen sie als gut und 10 Prozent als schlecht. Für das zweite Quartal rechnet der Thurgauer Detailhandel mit höheren Umsätzen nach einem leichten Rückgang im ersten Quartal und mit un­gefähr stabilen Verkaufspreisen. Immerhin jeder achte Detaillist hofft auf eine Verbesserung seiner Lage.

Entspannung am Arbeitsmarkt

Die zunehmende Dynamik der Thurgauer Wirtschaft schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch. Mit 2,4 Prozent liegt die Arbeitslosenquote im ersten Quartal deutlich unter Vorjahresniveau. Gesunken ist sie in allen wichtigen Branchen. Besonders positiv hat sich der Arbeitsmarkt im ­Maschinenbau entwickelt, in dem die Arbeitslosenquote innert Jahresfrist von 4,4 auf 2,7 Prozent gefallen ist. Abgeflacht ist, wohl auch als Folge der brummenden Wirtschaft in Deutschland, die Zunahme der Zahl der Grenzgänger, die im Thurgau arbeiten. Im ersten Quartal waren es 5400, 140 oder 2,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,3 Prozent und damit das 15. Quartal in Serie. Das ist die längste Aufschwungphase seit 1991.

Thurgauer Wirtschaftsbarometer online: wirtschaftsbarometer.tg.ch

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