Thurgauer Nüsse erobern den Schweizer Detailhandel

Der Thurgau ist einer der grössten Nussproduzenten der Schweiz. Dank neuer Pflanzungen und einer neuen Verarbeitungsanlage sollen die Mengen beträchtlich zunehmen. Konsumenten können sich künftig auch in Supermärkten eindecken.

Thomas Griesser Kym
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Christof Gubler und sein Vater, Nusspionier Heinrich Gubler, in ihrem Element.

Christof Gubler und sein Vater, Nusspionier Heinrich Gubler, in ihrem Element.

Bild: PD

Bald gibt es Nüsse aus Schweizer Produktion, genauer aus dem Thurgau, im Detailhandel zu kaufen. Das schreibt Christof Gubler, Präsident der Nuss Thurgau AG. Konkret werden die Nüsse von Thurgauer Produzenten bei zwei Detailhändlern zu finden sein.

Welche das sind, will Gubler noch nicht verraten. Das hebt er sich auf für den 9. Oktober, wenn Gubler in Hörhausen die neue Anlage präsentiert, auf der «die künftig grossen Mengen an Thurgauer Nüssen» verarbeitet werden. Bisher, sagt Gubler, «stammen Nüsse im Handel aus dem Ausland».

Ökologische Verarbeitung der Nüsse

Die neue Anlage von Gubler und einer Handvoll anderer umliegender Produzenten ist «eine der modernsten Verarbeitungslinien». Auf dieser werden die Nüsse gewaschen, getrocknet und kalibriert. Einzigartig an der Anlage seien die Erwärmung der Trocknungsluft mittels erneuerbarer Energie aus Holz und ein Recyclingsystem für das Waschwasser.

Die neue Anlage zur Verarbeitung der Nüsse.

Die neue Anlage zur Verarbeitung der Nüsse.

Bild: PD

Der Nussanbau im Thurgau entstand durch das Projekt «Zukunft Obstbau Thurgau», das die Pflanzung von Hochstammbäumen förderte. Ab 2016 wurden vermehrt Hochertragsanlagen gepflanzt, die den Grossteil der künftigen Mengen ausmachen werden.

«Das Nussdorf der Schweiz»

Die 2019 gegründete Nuss Thurgau AG verarbeitet und vermarktet diese Nüsse. Wegen noch junger Pflanzungen sind die Mengen laut Gubler noch überschaubar, sollen aber laufend zunehmen, bis im Jahr 2030 rund 100 Tonnen erreicht werden.

Hörhausen gilt als «das Nussdorf der Schweiz». Abgesehen von der neuen Verarbeitungsanlage steht hier eine europaweit einzigartige Sammlung von Nusssorten der Nussbaumschule Gubler.

Ab Mitte Oktober gibt's wieder Nüsse

Die Familie Gubler selber baut auf einer Fläche von 9,5 Hektaren Walnüsse und Haselnüsse an. Die jüngere Anlage auf 5 Hektaren in der Tiefenau zwischen Frauenfeld und Felben werde noch vier Jahre brauchen, bis die erste Ernte anfalle. Bisher hat Gubler seine Nüsse ausschliesslich direkt vermarktet, im Verkaufsraum der Nussbaumschule und online.

Momentan sind laut Gubler alle Nüsse ausverkauft. Doch:

«Ab Mitte Oktober sind Nüsse der neuen Ernte 2020 erhältlich.»

Insgesamt werden im Thurgau auf einer Fläche von 35 Hektaren Nüsse angebaut. Das entspricht rund 50 Fussballfeldern. Damit ist der Thurgau einer der grössten Nussproduzenten der Schweiz. Nummer eins ist das Waadtland.

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