Thurgauer KB in gesunder Verfassung

Im vergangenen Geschäftsjahr ist die Staatsbank auf den meisten Ebenen gewachsen. Sowohl das Kreditportefeuille als auch der Thurgauer Immobilienmarkt bereiten der Bankführung keine Sorgen. Im laufenden Jahr rechnet sie mit Stabilität.

Thomas Griesser Kym
Drucken
Teilen
Bankchef Peter Hinder präsentiert an der Bilanzpressekonferenz der Thurgauer Kantonalbank den Ausblick auf 2014. (Bild: Reto Martin)

Bankchef Peter Hinder präsentiert an der Bilanzpressekonferenz der Thurgauer Kantonalbank den Ausblick auf 2014. (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Mehr Gewinn, «solides und gesundes» Wachstum – Bankratspräsident René Bock und Bankchef Peter Hinder zeigen sich mit dem Geschäftsjahr 2013 der Thurgauer Kantonalbank (TKB) zufrieden. Mit 137 Mio. Fr. übertrifft der Bruttogewinn das Vorjahresergebnis knapp und das – wie gewohnt sehr konservativ veranschlagte – Budget (124 Mio. Fr.) deutlich.

Wesentlicher Pfeiler der operativen Verbesserungen ist das Zinsgeschäft, dessen Erfolg trotz des tiefen Zinsniveaus und anders als bei anderen Banken relativ deutlich um 5,4% auf 217 Mio. Fr. stieg. Hinder führt das zurück auf ein Volumenwachstum bei den Hypotheken um gut 5% auf über 15 Mrd. Fr. sowie auf Optimierungen in der Zinsabsicherung, wodurch die Bank jedoch «keine übermässigen zusätzlichen Risiken» eingehe.

Kaum Probleme mit Krediten

Der Thurgauer Immobilienmarkt ist laut Hinder nach wie vor intakt; es gebe im Kanton «keine Bezirke mit Anzeichen einer Immobilienblase». Unter anderem wegen der verschärften regulatorischen Vorgaben geht Hinder aber davon aus, dass sich nun das Wachstum des Hypothekarmarkts «leicht verlangsamen» dürfte. Der Thurgau bleibe aber ein attraktiver Wohnkanton mit vernünftigen Preisen. Das zeige sich auch an der Zuwanderung, auch an der interkantonalen, beispielsweise an Zuzügern aus dem Raum Zürich.

Die Kredite an Firmenkunden sind dagegen 2013 um 9% auf 1,7 Mrd. Fr. gesunken. Während einige Unternehmen wieder vermehrt investierten, nutzen andere ihre Liquidität, um Kredite zurückzuzahlen. Das Kreditportefeuille der TKB macht einen sehr gesunden Eindruck. Der Bestand an Wertberichtigungen liegt auf einen Rekordtief von 127 Mio. Fr. oder 0,8% aller Ausleihungen. Für die Kosten für externe Fachleute zur Bewältigung des US-Steuerprogramms hat die TKB 3 Mio. Fr. zurückgestellt, was «sehr grosszügig bemessen» ist, wie Hinder sagt.

Japanische Philosophie

Anklang finden laut dem Chef die neuen Produkte und Dienstleistungen für Private, Gewerbler und Firmenkunden sowie in der Vermögensverwaltung. Um Prozesse effizienter zu gestalten, wird die japanische Philosophie Kaizen implementiert, in der es um einen ständigen Strom vieler kleiner Verbesserungen geht. Für 2014 erwartet Hinder einen «stabilen Geschäftsgang». Kommenden Frühling gibt die TKB Partizipationsscheine heraus.

Aktuelle Nachrichten