Thurgauer KB im Hoch

Trotz tiefer Zinsen und volatiler Börsen hat die Thurgauer Kantonalbank ihre Ergebnisse verbessert. Für dieses Jahr stellt das Institut eine etwas verhaltenere Entwicklung in Aussicht.

Thomas Griesser Kym
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Freuen sich über ein «starkes Ergebnis» 2014: Heinz Huber (links), Chef der Thurgauer Kantonalbank, und Bankratspräsident René Bock. (Bild: Donato Caspari)

Freuen sich über ein «starkes Ergebnis» 2014: Heinz Huber (links), Chef der Thurgauer Kantonalbank, und Bankratspräsident René Bock. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Just am Schmutzigen Donnerstag hat die Thurgauer Kantonalbank (TKB) ein sauberes Ergebnis für das vergangene Jahr hingelegt. Alle Eckwerte liegen im Plus. Das betrifft zwar auch den Geschäftsaufwand. Aber die Bank hat es ebenso verstanden, den Erfolg im Zinsen- und im Kommissionsgeschäft zu steigern, und das trotz sehr tiefer Zinsen und volatiler Börsen. Entsprechend zufrieden zeigten sich gestern an der Bilanzpressekonferenz TKB-Chef Heinz Huber und Bankratspräsident René Bock.

Kunden schichten Gelder um

Im Zinsengeschäft hat die TKB ihr kontinuierliches Ertragswachstum fortgesetzt, dies dank erneut gestiegener Ausleihungen, günstigerer Refinanzierung und tieferer Absicherungskosten für Zinsänderungsrisiken. Die Zunahme der Ausleihungen basiert auf einem anhaltenden Hypothekenwachstum; Huber sagte aber, hinsichtlich Risikonahme gehe die TKB «keine Kompromisse» ein, und der Thurgauer Immobilienmarkt sei intakt und frei von Blasenbildung.

Im Kommissionsgeschäft wiederum zahlt sich aus, dass die TKB im 2. Semester 2012 neue Angebote in der Vermögensverwaltung eingeführt hat. Entsprechend hat die TKB die Zahl ihrer Vermögensverwaltungsmandate tüchtig gesteigert, wobei eine Mehrheit der Gelder aus Umschichtungen von Barbeständen von Kunden stammt. Angesichts der rekordtiefen Zinsen sieht Huber Potenzial, dass Kunden weitere Spargelder in Wertpapiere investieren. Negativzinsen für Privat- und Geschäftskunden seien aber kein Thema.

Wie der Gewinn verteilt wird

Wie Huber schon Anfang Jahr bestätigt hat, liegt der Bruttogewinn leicht über Vorjahr, und auch der Jahresgewinn ist im Plus (siehe Tabelle). Dank eines gesunden Kreditportefeuilles hat die TKB netto Wertberichtigungen für Ausfallrisiken aufgelöst, was ihr einen ausserordentlichen Betrag im Umfang von 14,2 Mio. Fr. einträgt. Im gleichen Umfang hat die Bank die Reserven für allgemeine Bankrisiken aufgestockt. Kanton und Gemeinden liefert die TKB rekordhohe 70 Mio. Fr. ab. Die Partizipanten erhalten eine Dividende von 2.75 Fr. pro Partizipationsschein (total 6,9 Mio. Fr.), was gemessen an dessen Jahresendkurs von 79.30 Fr. einer Rendite von 3,5% entspricht.

Die Jugend im Visier

Tiefe Zinsen, volatile Märkte, Frankenstärke, ein erwartetes flacheres Wachstum des Hypothekargeschäfts – all das bewegt Huber zur Annahme, dass 2015 die Erträge moderater wachsen und der Jahresgewinn leicht unter Vorjahr ausfällt. Strategisch sieht sich die TKB gut aufgestellt, als nächstes will man analog anderer Banken das Angebot in der Anlageberatung ausbauen, und ein neues Jugendprogramm ist in Planung. Die neue Organisationsstruktur (siehe Befragt) hat zur Folge, dass kein neuer Leiter Private Banking mehr gesucht wird. Dieses obliegt definitiv Interimsleiter und Privatkundenchef Thomas Koller. Schlanker werden soll auch der Bankrat, wahrscheinlich mit einer Reduktion der Anzahl Ausschüsse.

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