Thurgauer KB hält den Kurs

Trotz schwieriger Verhältnisse für die Finanzbranche entwickelt sich die Thurgauer Kantonalbank weiterhin solide. In ihren Geschäften helfen ihr der Bauboom und die gesunde Firmenlandschaft.

Thomas Griesser Kym
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TKB-Chef Peter Hinder spricht von einem «respektablen Halbjahresergebnis» der Staatsbank. (Bild: Nana do Carmo)

TKB-Chef Peter Hinder spricht von einem «respektablen Halbjahresergebnis» der Staatsbank. (Bild: Nana do Carmo)

WEINFELDEN. Die Zinsen sind immer noch «sehr tief», was den Druck auf die Margen hoch hält, und die Börsen zeigen sich «wenig dynamisch». Trotz dieser ungünstigen Parameter für die Finanzbranche ist es der Thurgauer Kantonalbank (TKB) im 1. Semester 2012 gelungen, den Bruttogewinn grosso modo auf Vorjahresniveau zu halten (siehe Tabelle), und Bankchef Peter Hinder hält das Ziel eines Bruttogewinns im ganzen Jahr von 123,5 (2011: 127,8) Mio. Fr.) für «erreichbar», obwohl es «sehr anspruchsvoll» sei.

Zuwanderung stützt Bau

Dass die TKB trotz des widrigen Umfeldes den Erfolg im Zinsengeschäft – ihr wichtigster Ertragspfeiler – leicht auf gut 100 Mio. Fr. steigern konnte, erklärt Hinder mit dem Bilanzwachstum. So haben die Ausleihungen an Kunden gegenüber Ende 2011 um gut 3% oder fast eine halbe Milliarde auf 15,74 Mrd. Fr. zugenommen, was zeigt: «Nach wie vor investieren die Unternehmen und boomt die Baubranche.» Parallel dazu ist der Thurgauer Immobilienmarkt «sehr intakt»; es gebe «keine grösseren Übertreibungen». Hinder führt dies darauf zurück, dass nicht zu Spekulationszwecken gebaut werde, sondern das Angebot die Nachfrage nach Wohneigentum decke. Diese wiederum profitiere auch von der Zuwanderung aus Deutschland und dem Grossraum Zürich in den Thurgau.

Kaum neue Wertberichtigungen

Die Thurgauer Wirtschaft sei «solide und entwickelt sich sehr erfreulich», sagt Hinder, obwohl die Exporteure «äusserst stark unter Druck» stünden. Die Firmen hätten sich aber gut mit dem Mindestkurs von 1.20 Fr. pro Euro arrangiert, und Hinder hat «keine Anzeichen für ein Entstehen grösserer Probleme». Als Beleg verweist er auch auf das gesunde Kreditportefeuille: Im 1. Semester nahm die TKB lediglich Wertberichtigungen und Rückstellungen für rekordtiefe 338 000 Fr. vor. Was Hinder dagegen beobachtet: «Unternehmen wählen bei Neuinvestitionen vermehrt Standorte im Ausland statt in der Schweiz.»

Auch die TKB selber steht solide da. Mit einer Kapitalquote von 17,4% der risikogewichteten Aktiven übertrifft die TKB die Vorgabe des Grossen Rates von 16% und die Anforderungen von Basel III. Der Eigenmittelaufbau der letzten Jahre sei nun abgeschlossen; deshalb seien zur Jahresmitte die Reserven für allgemeine Bankrisiken nicht weiter geäufnet worden (+18 Mio. Fr. in der Vorjahresperiode), was den Sprung des Halbjahresgewinns um gut die Hälfte erklärt.