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Textilveredelung: Cilander punktet mit Innovationen

Die Umsätze der Textilveredlerin AG Cilander haben im zweiten Semester vergangenen Jahres etwas nachgelassen. Dennoch ist die Ertragskraft gestiegen. Das Ostschweizer Unternehmen verkauft vermehrt höhermargige High-Tech-Produkte. Ein Beispiel der Innovationskraft ist ein beschichteter Sport-BH, der sich ideal an die Aktivität anpasst.
Thomas Griesser Kym
Eine Bürstmaschine bei Cilander. (Bild: PD)

Eine Bürstmaschine bei Cilander. (Bild: PD)

Weniger umgesetzt, aber mehr verdient: So lautet die Kurzbilanz der Textilveredlerin AG Cilander für 2018. Das Unternehmen mit Sitz in Herisau und zwei weiteren Werken zwischen Flawil und Gossau sowie im bernischen Lützelflüh hat vergangenes Jahr 55,3 Millionen Franken umgesetzt, 1 Prozent weniger als 2017. Trotz der Einbusse habe man die operative Ertragskraft verbessert. Das war schon im Vorjahr gelungen, als die Verkäufe um 2 Prozent gestiegen waren und Cilander eben eine Durststrecke überwunden hatte.

Cilander hat mit rund 200 Mitarbeitenden den guten Geschäftsgang von 2017 im Folgejahr bei guter Dynamik der Umsätze und Erträge zunächst fortgesetzt. Im zweiten Semester 2018 aber habe sich die Auftragslage als Folge der konjunkturellen Abkühlung «spürbar» abgeschwächt. Hinzu kamen Belastungen durch Kostensteigerungen bei Chemikalien, Energie und Logistik.

Sport-BH, intelligent beschichtet

Wie ist es dennoch gelungen, die Ertragskraft, die nicht näher beziffert wird, weiter zu stärken? Cilander-Chef Vincenzo Montinaro erklärt dies mit einer «besseren Rentabilität des bestehenden Geschäfts». So habe man den Mix des Angebots verbessert, indem man mehr höhermargige Produkte verkaufen konnte.

Anlagen fürs Beschichten von Textilien bei Cilander. (Bild: PD)

Anlagen fürs Beschichten von Textilien bei Cilander. (Bild: PD)

Der Erfolg beruht ergo auf Innovationen. Cilander veredelt Bekleidungstextilien und technische Textilen derart, dass sie zusätzliche Funktionen erhalten. Montinaro nennt als Beispiel einen Sport-BH mit intelligenter Beschichtung, den Cilander für einen namhaften Sportartikelhersteller entwickelt hat.

Der BH besteht aus einer doppellagigen Membran, auf die eine gelartige Beschichtung aufgetragen wird.

Diese passt sich adaptiv an Bewegung und Stillstand an. Konkret: Ist die Trägerin des Sport-BHs aktiv, wird das Gel härter und gibt der Brust mehr Stabilität. Kommt die Sportlerin zur Ruhe, wird das Gel wieder weicher.

Der Umbau nähert sich seinem Abschluss

Cilander-Chef Vincenzo Montinaro. (Bild: PD)

Cilander-Chef Vincenzo Montinaro. (Bild: PD)

Vergangenes Jahr hat Cilander zudem das 2016 eingeleitete Investitionsprogramm im Umfang eines tiefen zweistelligen Millionenbetrags grösstenteils zum Abschluss gebracht. Zuletzt wurden die gesamte Veredelung von Baumwollgeweben am Standort Herisau konzentriertund eine biologiebasierte Abwasserreinigungsanlage errichtet. Montinaro sagt, grosse Teile der Werke seien bei voller, laufender Produktion umgebaut worden. Das habe sowohl die Belegschaft gefordert als auch Geld gekostet. Ab der zweiten Jahreshälfte sollen nun plangemäss positive Kosteneffekte der Investitionen geschöpft werden.

Für das laufende Jahr zeigt sich Montinaro «gedämpft optimistisch». Wegen der konjunkturellen Abkühlung und der geopolitischen Ungewissheiten, Stichwörter Handelsstreit oder Brexit, spüre man eine Zurückhaltung der Kunden.

«Wir haben aber keine Kunden verloren.»

Sollten externe Schocks ausbleiben, rechnet Montinaro für 2019 mit einer «positiven Entwicklung».

Abschied nach 45 Jahren

Aus Gründen einer zeitgemässen Corporate Governance ist Montinaro an der Generalversammlung vom vergangenen Freitag aus dem Verwaltungsrat der AG Cilander ausgetreten. Ausgeschieden ist auch Vizepräsident Heinz Gutgsell, der 45 Jahre für Cilander arbeitete, davon 37 Jahre in operativen Leitungsfunktionen und danach im Verwaltungsrat. Neu ins Gremium gewählt wurde Martin Frischknecht. Das Präsidium ging nach sechs Jahren von Christoph Tobler an den früheren Mammut-Chef Rolf G. Schmid über. Mehrheitsaktionärin der AG Cilander ist die Herisauer Steinegg AG, der operative Zweig der Steinegg-Stiftung.

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