TEXTILBRANCHE: Wäsche bleibt sein Geschäft

Vor einem Jahr musste der langjährige Geschäftsführer Felix Sulzberger den Calida-Verwaltungsrat verlassen. Das Textilgeschäft lässt ihn aber nicht mehr los. Jetzt ist er Verwaltungsrat bei Holy in Kreuzlingen

Maurizio Minetti
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Es war ein unrühmlicher Abgang für Felix Sulzberger. Über 14 Jahre lang hatte er Calida geleitet und den Surseer Wäschehersteller in dieser Zeit mit geschickten Übernahmen auf den Pfad des Erfolges zurückgebracht. Im Verwaltungsrat durfte er nach einer Auseinandersetzung mit dem Ankeraktionär, der Familie Kellenberger, aber nicht mehr bleiben. So musste Sulzberger vor rund einem Jahr das Aufsichtsgremium verlassen. Seitdem ist es ruhig geworden um ihn. Untätig blieb Sulzberger in den letzten Monaten aber nicht.

Verwaltungsratsmandat in Kreuzlingen verlängert

Kaum hatte er den Calida-­Verwaltungsrat verlassen, sass er schon im nächsten: Seit einem Jahr ist er Verwaltungsrat der Holy Fashion Group in Kreuzlingen. Vor wenigen Wochen ist er für ein weiteres Jahr gewählt worden. Speziell ist dieses Mandat deshalb, weil Sulzbergers Nachfolger auf dem Chefsessel von Calida, Reiner Pichler, fast zwanzig Jahre lang Chef der Holy Fashion Group war.

«Die Besitzerfamilie Holy hat mich angefragt, als ich noch im Calida-Verwaltungsrat war», erklärt Sulzberger und weiter: «Ich hätte auch dann das Mandat ­akzeptiert, wenn ich bei Calida im Verwaltungsrat geblieben wäre.» Die Holy Fashion Group vermarktet Herren- und Damenbekleidung der Marken Strellson, Joop und Windsor. Geleitet wird die Firmengruppe von den Nachfahren von Hugo Boss, dem Gründer des gleichnamigen Bekleidungsherstellers. Die Brüder Jochen und Uwe Holy hatten Hugo Boss in den Achtzigerjahren an die Börse gebracht. Danach kauften sie die ehemalige Mantelfabrik Friedrich Straehl & Co. in Kreuzlingen. Daraus entstand Strellson und danach die Holy Fashion Group. Von seinen Verwaltungsratsmandaten sei jenes bei Holy letztes Jahr das spannendste gewesen, sagt Sulzberger. Mit Calida bleibe er immer verbunden, sagt Sulzberger. Einige Aktien besitze er immer noch: «Aus nostalgischen Gründen.»

Maurizio Minetti

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