TELEKOMMUNIKATION: Trotz Gewinnsprung baut Swisscom Stellen ab

Der Umbau der Swisscom kostet 500 Arbeitsplätze. Der Gewinn steigt um 18 Prozent.

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Swisscom hat sich 2016 ­geschäftlich dank eines Spar­programms sowie zusätzlicher TV- und Internetkunden halten können. Der Umbau des Unternehmens geht 2017 jedoch weiter. Es sollen dieses Jahr zusätzlich 500 Stellen in der Schweiz wegfallen.

Auf den ersten Blick hat Swisscom ein glänzendes Geschäftsjahr hinter sich. Der Konzerngewinn erhöhte sich markant um 18% auf 1,6 Mrd. Franken. Doch diese Steigerung ist lediglich aufgrund von Sondereffekten zustande gekommen. So hatte im Vorjahr eine Busse der Wettbewerbskommission (Weko) den Gewinn um 186 Mio. Fr. reduziert. 2016 erhöhte ein ausserordentlicher Ertrag von 60 Mio. Fr. aus einem Rechtsfall der italienischen Breitbandtochter Fastweb das Resultat. Ohne diese Sonderfaktoren hat die Swisscom 2016 fast gleich viel Gewinn eingefahren wie im Vorjahr. Auch der Umsatz hat bei 11,6 Mrd. Fr. stagniert, womit das Telekomunternehmen die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen hat. Swisscom-Chef Urs Schaeppi bewertete diese Stagnation nicht als Rückschritt, sondern als Erfolg. «Wir haben ein gutes und solides Ergebnis ­erzielt», sagte er an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Es sei ein hartes Jahr gewesen. «Der Preisdruck und sinkende Roamingpreise haben uns sehr gefordert.» Höhere Ausgaben, um Kunden zu gewinnen oder zu halten, haben ebenfalls auf das Ergebnis gedrückt.

Immer mehr Kunden haben Pauschalabos

Allein die sinkenden Roaming­einahmen haben das Ergebnis um 100 Mio. Fr. belastet. Der Hauptgrund dafür sei, sagte Schaeppi, dass immer mehr Kunden Pauschalabos inklusive Roaming hätten. Den Umsatz einigermassen stabil halten konnte die Swisscom nur dank Fastweb und der Bündelung von Angeboten. Der italienische Anbieter von Breitband hat 2016 den Umsatz um 3,4% auf 1,8 Mrd. Fr. steigern können. Das Schweizer Geschäft dagegen hat sich rückläufig entwickelt. Der Umsatz sank um 1,1% auf 9,4 Mrd. Franken.

Der Mobilfunkmarkt ist geschrumpft. In diesem Segment sank der Umsatz um 4,2% auf 2,6 Mrd. Franken. Schaeppi erklärte das vor allem mit dem verstärkten Wettbewerb. «Der Mobilfunkmarkt ist gesättigt, ja sogar übersättigt», sagte er. (sda)