Telekom stösst T-Mobile USA an AT&T ab

Der US-Telekomkonzern AT&T will für 39 Milliarden Dollar T-Mobile USA kaufen. Die Deutsche Telekom würde damit ein Sorgenkind los.

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Washington. Zur Überraschung der Branche haben die Nummern zwei und vier des US-Mobilfunkmarkts ein Zusammengehen vereinbart. Der Wert der angestrebten Übernahme der T-Mobile USA wird auf 39 Mrd. $ veranschlagt. AT&T will 25 Mrd. $ in bar zahlen. Für den Rest bekäme die Deutsche Telekom eine 8%-Aktienbeteiligung an AT&T.

Falls die Regulierungsbehörde FCC der Transaktion zustimmt, entsteht das mit Abstand grösste Mobilfunkunternehmen in den USA. Mit zusammen über 130 Mio. Kunden hätte AT&T ein Drittel mehr Kunden als der bisherige Marktführer Verizon. Sprint, die Nummer drei auf dem US-Markt, käme nicht einmal auf die halbe Anzahl Mobilfunkverträge.

AT&T erhielte durch den Kauf nicht nur Millionen neuer Kunden, sondern wäre auch einen Mitbewerber los, der mit niedrigen Tarifen Druck ausübte auf das Preisgefüge in den USA. Gleichzeitig würden die Amerikaner zusätzliche Bandbreite einstreichen, die sie beim Ausbau ihrer Netze gebrauchen können. AT&T-Chef Randall Stephenson sagte, es sei möglich, demnächst 95% der Bevölkerung mit schnellen Datennetzen der vierten Generation (4G) zu versorgen.

Die Deutsche Telekom wiederum würde mit dem Verkauf ein Sorgenkind los. T-Mobile hatte versucht, sich in den USA als Billiganbieter auf dem Massenmarkt zu etablieren. Angesichts einer fast 100%-Marktsättigung nicht unbedingt ein einträgliches Geschäft, wie Analysten meinen. Dass Apple Verizon bevorzugte, um sein iPhone anzubieten, kam T-Mobile zusätzlich in die Quere.

Konsumentenschützer warnen vor negativen Folgen für die Kunden: Es werde «höhere Preise, weniger Auswahl und geringere Innovation» nach sich ziehen. (T.S.)

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