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TECHNOLOGIE: Wahr gewordene Fantasien

Viele Science-Fiction-Ideen aus den 60er- und 70er-Jahren sind inzwischen Realität. Dennoch sind heutige Liveübersetzer, virtuelle Realitäten und künstliche Intelligenzen noch oft unzuverlässig und tollpatschig.
Kurt Haupt, sda/Mid

Bable Fish ist eine Art Wurm, den sich die Menschen ins Ohr ein­setzen. Er übersetzt Gehörtes direkt in Hinströme seines Wirtes. Beschrieben wird er 1978 in der skurrilen Science-Fiction-Geschichte «Hitchhikers Guide to the Galaxy». Auch in der Kino-Futuristik von «Men in Black» gibt es nicht nur schwarze Sonnenbrillen, sondern auch übersetzende Ohrstöpsel. Solche Ohrstöpsel liefert demnächst Google. Zusammen mit dem passenden Google-Handy übersetzen sie ­direkt im Ohr zwischen 40 verschiedenen Sprachen.

Die Pixel Buds zeigen aber auch, dass wir auf den richtigen Bable Fish noch viele Jahre warten müssen. Denn Googles Ohrstöpsel übersetzen gar nicht selber. Sie schicken stattdessen eine Audio-Aufzeichnung zum Smartphone. Aber auch dieses ist noch viel zu dumm, um zu übersetzen. Es schickt stattdessen das Gehörte ins Internet. Erst dort können riesige Rechnerfarmen die Übersetzungsarbeit bewältigen.

Zumindest das Potenzial ist riesig

Doch das Potenzial der Echtzeit-Sprachübersetzer ist riesig. So testet das Personal in japanischen Spitälern ein zu gross geratenes Namensschild an der Kleidung. Spricht ein fremdsprachiger Patient zu seiner Krankenschwester, hört die Plakette zu und spricht die japanische Übersetzung aus. Die Antwort des Personals schallt ebenfalls als Rückübersetzung aus dem kleinen Gerät. Ein anderes Beispiel: Wenn sich die Helden der TV-Serie «Star Trek» von Weltraumschlachten erholen müssen, ziehen sie sich auf ein Holodeck zurück und geniessen virtuelle Paradiesgärten mit ­Vogelgezwitscher. Wenn Kinder heu­te zu lange gelangweilt nörgeln, kann man ihnen eine Mixed-Reality-Brille von Microsoft aufsetzen. Teenies, denen die gewohnte Techno-Party zu lang­weilig geworden ist, stülpen sich ebenfalls Elektronik vor die Augen und treffen sich mit Hunderten anderen bei Thewavevr.com zur digitalen Party. Sogar Eltern können bei Plattformen wie Nextvr.com Konzerte und Sportereignisse für VR-Brillen buchen.

Wer es anspruchsvoller mag, schlägt sich mit künstlichen Intelligenzen herum. Bereits in der Realität der 60er-Jahre schuf Joseph Weizenbaum die künstliche Intelligenz Eliza, die auf Getipptes einfühlsame Antworten geben sollte. Eliza lebt noch heute im Internet unter www.masswerk.at/eliza / oder in gleichnamigen Apps für Android und iOS. Zurzeit lebt Weizenbaums Idee mit Chatbots wieder auf.

Das sind «künstliche» Personen, die sich auf Internetseiten tummeln. Über www.messenger.com/t/timetablesearch erhält man beispielsweise einen neuen Facebook-Freund, den man via Chat-Funktion um Fahrplaninformationen bitten kann. Deutlich mehr «Intelligenz» hat der Chatbot unter www.mitsuku.com . Mit ihm kann man nicht nur über das Wetter, sondern auch über die Zubereitungsarten von Sushi diskutieren. Beim Herumspielen mit Chatbots zeigt sich aber schnell, dass es für Com­puter einfacher ist, unschlagbar Schach zu spielen, als mit einem Menschen in eine vernünftige Konversation zu treten.

Kurt Haupt, SDA/MID

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