TECHNOLOGIE: Vielfalt lässt SFS wachsen

Die Rheintaler SFS Group hat im 1. Halbjahr die Medizinaltechnik und den Umsatz in den USA ausgebaut. Zudem profitiert sie von neuen Trends im Automobilsektor.

Thorsten Fischer
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Präzisionsformteile für immer mehr Anwendungen entstehen innerhalb der SFS Group. (Bild: PD)

Präzisionsformteile für immer mehr Anwendungen entstehen innerhalb der SFS Group. (Bild: PD)

Thorsten Fischer

Ihre Märkte und Regionen breiter abzustützen ist ein wichtiges Anliegen der Heerbrugger Industrie- und Technologiegruppe SFS. Damit ist sie im ersten Halbjahr 2017 vorangekommen – eine Berichtsperiode, in der sie ihren Umsatz um satte 13 Prozent auf 778,6 Millionen Franken ausgebaut hat. Gut die Hälfte davon stammt aus organischem Wachstum. Zugleich haben internationale Firmenzukäufe, die sich jetzt unter dem SFS-Dach entfalten, zum Plus beigetragen.

Damit sinkt auch die Abhängigkeit des Rheintaler Unternehmens vom Franken, nach dem Wechselkursschock von 2015 ein willkommener Effekt. Die Vielfalt gestärkt – geografisch und produktseitig – hat die Übernahme der amerikanischen Tegra Medical, die per Dezember 2016 erstmals in den Büchern der SFS wirksam wurde.

Bessere Positionen zahlen sich aus

Tegra Medical hat für SFS den Marktzugang in die rasch wachsende Medizinaltechnikbranche erweitert. Gemäss Firmenporträt entwickelt und fertigt Tegra für Branchenausrüster Einwegprodukte aus Metall und Kunststoff. Diese werden in der Orthopädie oder der minimalinvasiven Chirurgie angewendet.

Die stärkere Position in der Medizinaltechnik, die neben der Tegra-Akquisition auf den Zukauf der Hallauer Firma Stamm zurückzuführen sei, zeigt sich laut SFS bei der Umsatzverteilung nach Endmärkten deutlich. So stieg der Umsatzanteil der Medizinaltechnik von 1,5 Prozent im ersten Halbjahr 2016 auf 6,5 Prozent in der aktuellen Berichts­periode. Die Stamm AG fertigt hochpräzise Kunststoffspritzgiessteile und gilt als wichtiger Partner für Unternehmen der Medizinaltechnik. Ausserdem trug laut SFS die Konsolidierung von Tegra Medical massgeblich zum Umsatzzuwachs in der Region Amerika bei.

Doch auch bei den Befestigungssystemen, einem klassichen Segment der SFS, hat eine Übernahme zusätzlichen Schub gebracht. Die britische Ncase kann ihre Kompetenz mit Unterkonstruktionen für spezielle Fassaden ausspielen. Und in der Division Automotive, wo SFS ebenfalls präsent ist, zeigt sich der globale Automobilmarkt «generell in guter Verfassung». Das autonome Fahren, das hier als übergeordnetes Thema über dem Markt schwebt, fliesst ein in Bedürfnisse wie Komfort, Sicherheit und Effizienz. Für SFS führt das zu verschiedenen Neuprojekten, etwa im Bereich der elektrischen Bremssysteme.

Unter dem Strich steigerte SFS den Betriebsgewinn im ersten Halbjahr von 63,4 auf 75,6 Millionen Franken. Es resultierte ein Reingewinn von 56,9 Millionen, nach 47,1 Millionen im Vorjahr. SFS geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen wird. Das gibt auch Rückhalt für einen wichtigen Investitionsentscheid: In der Region Schanghai soll ein neuer Standort für einen Teil der Geschäftsaktivitäten in China entstehen.