TECHNOLOGIE
Matriq jagt den nächsten Preis und legt Fälschern das Handwerk

Nach dem Gewinn des Jungunternehmerpreises der St.Galler Kantonalbank hat die St.Galler Matriq AG auch Chancen auf den ZKB Pionierpreis Technopark. Mit der Markiertechnologie der Matriq lassen sich Kunststoffteile eindeutig und fälschungssicher zurückverfolgen.

Thomas Griesser Kym
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Die Matriq-Gründer (von links): André Bernard, Cornelia Nef, Mathias Mächler und Klaus Dietrich.

Die Matriq-Gründer (von links): André Bernard, Cornelia Nef, Mathias Mächler und Klaus Dietrich.

Bild: PD

Der ZKB Pionierpreis Technopark gilt laut eigenen Angaben als «einer der wichtigsten Innovationspreise in der Schweiz» und als bedeutende Auszeichnung für Jungunternehmen. Er ist mit 100'000 Franken dotiert, und im Jahr 2021 hat es eine St.Galler Firma ins Finale geschafft.

Eine Art «Brandeisen»

Die Rede ist von der Matriq AG, die sich mit der Rückverfolgbarkeit von Kunststoffprodukten beschäftigt. Mit ihrer patentierten Technologie kann Matriq sämtliche Kunststoffteile eindeutig, individuell und fälschungssicher markieren. Die Rückverfolgbarkeit ist vor allem bei medizinischen, sicherheitskritischen und wertigen Objekten oft ein wichtiges Kriterium. Matriq, gegründet 2019, hat ein Dutzend Mitarbeitende.

Die Markiertechnologie der Matriq sei günstiger, schneller, sicherer und intelligenter als alle bisher verwendeten Technologien. Direkt in der Herstellungsmaschine wird das Objekt in Sekundenbruchteilen mit einem individuellen Code versehen, autonom mit einer Art miniaturisiertem «Brandeisen». Die sonst üblichen nachgeschalteten Markierprozesse mit Robotik, Förderbändern und Laser/Etiketten entfallen. Der Code kann dann zum Beispiel mit Handykameras gelesen werden. 2020 hat Matriq bereits den Jungunternehmerpreis Startfeld Diamant der St.Galler Kantonalbank gewonnen.

Dämmplatten und Fleischalternativen

Die beiden weiteren Finalisten sind zum einen die Zürcher Firma FenX, die aus Industrieabfällen mittels eines neuartigen und kostengünstigen Schaumverfahrens bei Raumtemperatur Dämmplatten herstellt. Diese Platten isolieren gut, weisen eine hohe mechanische Festigkeit auf, sind nicht brennbar und verursachen nahezu null CO2-Emissionen. FenX wurde 2019 gegründet und hat acht Mitarbeitende.

Komplettiert wird die Finalrunde von der Planted Food AG aus Kemptthal bei Winterthur. Gegründet 2019, beschäftigt das Unternehmen bereits gut 70 Mitarbeitende, produziert gesunde und nahrhafte Fleischalternativen aus Pflanzen und kontrolliert die gesamte Wertschöpfungskette. Mit ihrer Technologie kann Planted Food die Faserlängen verschiedener Fleischsorten nachahmen, die Proteinquelle flexibel auswählen und die Saftigkeit hinzufügen, die Konsumenten oft bei Fleischalternativen vermissen. Erstes Produkt ist ein Pouletimitat aus Erbsen, das zweite erinnere an gezupftes Schweinefleisch (Pulled Pork). Kürzlich hat Planted den ersten pflanzlichen Dönerspiess auf den Markt gebracht.

Der Preis ist auch finanziell lukrativ

Vergeben wird der ZKB Pionierpreis Technopark 2021 am 25. August dieses Jahres. Verliehen wird er seit 2001 von der Zürcher Kantonalbank und der Stiftung Technopark Zürich an Jungunternehmen. Der Sieger erhält ein Preisgeld von rund 100'000 Franken, die beiden Zweitplatzierten bekommen je knapp 10'000 Franken.