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TECHNOLOGIE: Marathon zur Industrie 4.0

Klein- und Mittelunternehmen sind für die Digitalisierung nicht schlechter aufgestellt als grosse Unternehmen, lautet eine Erkenntnis des 17. Ostschweizer Technologiesymposiums.
Martin Sinzig
Ob Weltkonzern oder KMU: Die Digitalisierung bietet Chancen für beide, wie Markus Hofer von Bühler bilanziert. (Bild: Urs Bucher)

Ob Weltkonzern oder KMU: Die Digitalisierung bietet Chancen für beide, wie Markus Hofer von Bühler bilanziert. (Bild: Urs Bucher)

Martin Sinzig

Nicht als Informatikprojekt, ­sondern als Kulturveränderung beschrieb Markus Hofer, Leiter Business Development bei der international tätigen Bühler-Gruppe, den Weg in die Industrie 4.0. Hofer machte den Auftakt zum diesjährigen Ostschweizer Technologiesymposium in St. Gallen, das sich den Herausforderungen der Digitalisierung widmete, und zwar unter den Vorzeichen von Innovationskraft und Marktchancen für KMU.

Das Symposium ist eine wichtige Plattform für den Produk­tions- und Technologie-Verbund Ostschweiz (PTV), dem mittelständische Unternehmen aus den Kantonen Thurgau und St. Gallen angehören. Mitgetragen wurde der Anlass von der Fachhochschule St. Gallen, der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs und der IHK St. Gallen Appenzell als Patronatsgeberin. Den Wissensaustausch förderte eine Tischmesse mit 45 Ausstellern. Darunter befand sich erstmals auch die Internationale Bodenseehochschule, die 30 Hochschulen repräsentierte.

Kunden mehr bieten

Für die rund 260 Teilnehmer des Symposiums hatte Hofer eine ermutigende Botschaft. Er zeigte sich davon überzeugt, dass KMU bei der Digitalisierung eine einfachere Aufgabe hätten als etwa grössere Unternehmensorganisationen.

Gleichzeitig machte der Vertreter des international tätigen Bühler-Konzerns deutlich, dass die Digitalisierung ein notwendiger Faktor für Unternehmen werde, die auch in Zukunft gute Geschäfte tätigen wollten. Noch stehe ein rechtes Stück Weg bevor. Es werde kein Sprint werden, sondern ein Marathon, betonte Hofer mit Nachdruck. Primär gehe es um die Digitalisierung von Produkten und Prozessen, um Kunden mehr zu bieten. In einem zweiten Schritt kämen neue Geschäftsmodelle dazu. Entsprechend müssten die Leistungserbringung respektive die Wertschöpfungsketten angepasst werden. Das funktioniere in der Bürowelt schon recht gut, doch in Produktionsbereichen sei noch viel zu tun.

Mit sogenannten «smart factory labs» sammle der Bühler-Konzern erste Erfahrungen. Neue Zusammenarbeitsformen und der Einbezug junger Fachleute in die Teams hätten gezeigt, dass es eben um mehr gehe als um technologischen Fortschritt, nämlich um kulturelle Veränderungen, sagte Hofer und riet KMU: «Es gibt keinen Königsweg. Beginnen Sie mit Projekten, die zu bewältigen sind, und achten Sie auf Aufwand und Ertrag.»

Der Kulturwandel müsse an der Spitze beginnen, bestätigte Thomas Küchler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Südostbahn AG. Sie setze sich mit potenziell disruptiven Veränderungen auseinander, zum Beispiel dem Trend zur Mobilität als Service-Dienstleistung, nicht mehr als Einzelleistung. Unkonventionelle Ideen, neue Berufsbilder und Kooperationen sowie Schnelligkeit seien die wichtigsten Aspekte auf dem Marathon der Digitalisierung.

Verbund für Komplettlösungen

Das Ostschweizer Technologiesymposium entstand vor rund 17 Jahren aus dem Bedürfnis, eine Plattform für den Produktions- und Technologie-Verbund Ostschweiz (PTV) zu schaffen. Er will so den Wissenstransfer fördern, die Innovationskraft von KMU bündeln und Spitzentechnologien weit über die Grenzen hinaus verbreiten. Das Symposium biete darüber hinaus interessante Kontakte für stellensuchende Hochschulabsolventen, erklärt PTV-Präsident Hanspeter Fink.

Der Verbund von 14 hoch spezialisierten Betrieben aus der Metallverarbeitung bietet Komplettlösungen aus einer Hand an, vom kleinsten Einzelteil bis zu Baugruppen und Grossmaschinen, von der Entwicklung über den Technologietransfer bis zur Fertigung, Galvanik, Montage und Logistik.

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