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TECHNOLOGIE: EU baut Supercomputer

Die Europäische Union will ihren Rückstand im Hochleistungsrechnen wettmachen. Die Schweiz ist dabei.
Remo Hess, Brüssel
Supercomputer Piz Daint führt pro Sekunde 750 Billionen Rechenoperationen aus. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Supercomputer Piz Daint führt pro Sekunde 750 Billionen Rechenoperationen aus. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Remo Hess, Brüssel

Supercomputer erledigen komplexeste Rechenaufgaben, simulieren Erdbeben und Wirbelstürme und ermöglichen Spitzenforschung. «Supercomputer sind die

treibende Kraft bei bahnbrechenden Fortschritten und Innovationen in vielen Bereichen, die das

Leben der europäischen Bürger

unmittelbar betreffen», sagt EUDigitalkommissarin Mariya Gabriel. Allerdings hat Europa in dieser Spitzentechnologie zunehmend den Anschluss verpasst. Von den zehn schnellsten Supercomputern findet sich kein einziger in einem EU-Staat. Vor wenigen Jahren waren es noch deren vier. China, die USA und Japan sind die Technologieführer. Die

Schweiz besitzt einen Supercomputer: Im nationalen Rechenzentrum CSCS in Lugano steht der «Piz Daint». Nach einem Update im vergangenen Jahr ist er der drittschnellste Rechner auf der Welt. Unter anderem greift Meteo Schweiz für die Wettervorhersagen auf seine Dienste zurück.

Um wieder an die Weltspitze heranzurücken, will die EU-Kommission nun 1 Milliarde Euro investieren. Grundlage bildet eine Erklärung von sieben EU-Staaten vom März 2017, der sich unterdessen fünf weitere Länder angeschlossen haben. Bis im Jahr 2020 sollen mindestens zwei Supercomputer angeschafft werden. Das Ziel ist, bis 2023 mit europäischer Technologie ein noch stärkeres System zu bauen. Dabei geht es auch um Unabhängigkeit. Gerade bei sensiblen Daten gebe es ein Risiko für Privatsphäre, Dateneigentum und Geschäftsgeheimnisse, wenn sich die Rechenzentren ausserhalb der EU befänden, sagt die Kommission. Die Kosten will die EU zur Hälfte (486 Millionen Eu­ro) aus dem eigenen Budget bezahlen. Den Rest sollen jene EU- Länder finanzieren, die sich zum Projekt bekannt haben.

Die Schweiz hat sich letzten Oktober freiwillig angeschlossen. Für eine Mitbenutzung des Supercomputers müsste Bern auf jeden Fall Geld in die Hand nehmen. Die Mechanik der EU sieht vor, dass Teilnehmende gemäss ihrem finanziellen Beitrag Zugang erhalten. Falls die Schweiz zum Beispiel 25 Millionen Euro, also 5 Prozent der 500 Millionen des Länderanteils, übernähme, hätte sie auch Anspruch auf 5 Prozent Nutzungszeit des Su­percomputers, so die Rechnung.

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