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TECHNOLOGIE: Digitaltag: Bühler will nicht wie Kodak enden

Bis zum Jahr 2020 will die Bühler Group mit neuen intelligenten Entwicklungen den Abfall und den Energieverbrauch in der Lebensmittelverarbeitung um 30 Prozent senken. Dabei helfen soll vor allem das Internet der Dinge.
Stefan Borkert
Bühler zeigt neueste Innovationen aus dem Bereich der Digitalisierung, die Marktreife erlangt haben. (Bild: Urs Bucher)

Bühler zeigt neueste Innovationen aus dem Bereich der Digitalisierung, die Marktreife erlangt haben. (Bild: Urs Bucher)

Stefan Borkert

Heute ist der erste nationale Digi­taltag der Schweiz. Die Möglichkeiten der Digitalisierung und des Internets der Dinge sind enorm. Davon ist der Technologie-Chef bei Bühler, Ian Roberts, überzeugt. Unermüdlich treibt er mit seinem Team und unterstützt vom Management, allen voran Bühler-Chef Stefan Scheiber, den Prozess voran. Dabei geht es darum, neue Technologien nicht nur anzuwenden, sondern auch zu erfinden, entwickeln und ­weiter verbessern. «Unser Ziel in der Nachhaltigkeit ist es, 30 Prozent weniger Abfall zu produzieren und 30 Prozent weniger Energie zu verbrauchen. Das kommt auch unseren Kunden zugute», ist ­Roberts überzeugt. Innovationen böten die Möglichkeit, die Welt zu verbessern. Dafür müssten alle an einem Strick ziehen. Fehler dürften gemacht werden. Aus ­ihnen lerne man. Ausserdem gelte es, ganz vorne bei der Entwicklung der Digitalisierung und der Nutzung des Internets der Dinge dabei zu sein. «Sonst gehört man zu den Verlierern», sagt Roberts. Umdenken auf allen Ebenen ist gefragt. «Maschinen dienen nicht mehr einfach nur der Produktion. Sie generieren auch wertvolle Daten, die Unternehmen revolutionieren», erklärt Stuart Bashford, Digital-Experte bei Bühler. Er ist ausserdem überzeugt, dass die Digitalisierung auch den Reingewinn der Unternehmen maximieren kann. «Bei Bühler investieren wir auch deshalb in die Entwicklung digitaler Lösungen», sagt er. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat hätten sich dem verschrieben. Und Roberts ergänzt, es sei ein Glücksfall, dass man einen Technologieantreiber als CEO habe. «Wir positionieren uns an der Spitze dieser beschleunigten Veränderung. «Die Digitalisierung bringt Kunden und Produzenten näher zusammen und erhöht die Leistung, Effizienz und Qualität unserer Lösungen», erklärt Bühler-Chef Scheiber.

Hal Gurley, Experte für intelligente Automation und Mit­gründer des Urs-Bühler-Innovation-Fund sieht das genauso: «Das Internet der Dinge ist eine Technologie, die es Unternehmen ermöglicht, mehr aus ihrem Geschäft herauszuholen. Unternehmen, auch Bühler, müssten sich damit anfreunden, dass die digitale Welt die neue Normalität ist. Und die Entwicklung gehe ­rasend schnell. Der digitale Fortschritt be­schleunige exponentiell. Un­ternehmen, welche die Digitalisierung links liegen lassen, könnten wie Nokia oder Kodak enden, warnt er. Doch es gehe nicht nur um die technische Entwicklung, sondern die Unternehmenskultur müsse von oben nach unten geändert werden. Bei Bühler habe dieser Prozess vor ein paar Jahren begonnen. Nur wer am Ball bleibe, könne die Unternehmenskultur tatsächlich ändern. «Wir müssen lernen, auch über den Tellerrand zu blicken.» Oft bräuchten digitale Lösungen nicht einmal ein riesengrosses Budget. Das Analysegerät Totalsense für Reis sei ein Beispiel dafür. Das von Bühler entwickelte tragbare neue digitale Reisanalyse­gerät reduziert für Reisverarbeiter die Kosten, steigert die Ausbeute und verbessert die Qualität.

Reisproduzenten müssen Reiskörner oft von Hand messen und kontrollieren, damit sie die Grössenvorgaben und weitere Parameter erfüllen. Dieser Prozess ist langsam, subjektiv, fehlerbehaftet und dauert für eine Begutachtung drei bis vier Stunden. Totalsense benötigt gerade mal zwei Minuten und liefere ­zudem objektive und rückver­folgbare Daten. «So sparen Reis­produzenten wertvolle Zeit und profitieren zusätzlich von einem Frühwarnsystem, das die Kontaminierung ganzer Chargen verhindert», sagt Bashford.

Frühwarnsystem für sicherere Lebensmittel

Das gelte auch für andere Lebensmittel, die mit intelligenten ­Maschinen verarbeitet werden. Bühler habe ein Frühwarnsystem eingeführt, um Risiken mit Hilfe von Datenbanken zu mindern. «Nun haben wir die Chance, uns mit unseren Partnern zu ver­binden und so Risiken zu erkennen sowie Einblicke in Lö­sungen zu ermöglichen», sagt Béatrice ­Conde-Petit, zuständig für die Lebensmittelsicherheit bei Bühler. Diese digitale Dienstleistung befinde sich nun in der letzten Entwicklungsphase und werde bald verfügbar sein. Roberts ergänzt: «Solche Innovationen sind erst der Anfang.»

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