Tamedia kauft Winterthurer «Landboten»

ZÜRICH. Der Tamedia-Konzern übernimmt die Winterthurer Tageszeitung «Der Landbote». Die bisherige Minderheitsaktionärin hält so künftig die Mehrheit an der Ziegler Druck- und Verlags-AG. 9,5% der Aktien behält ein weiterer Aktionär.

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ZÜRICH. Der Tamedia-Konzern übernimmt die Winterthurer Tageszeitung «Der Landbote». Die bisherige Minderheitsaktionärin hält so künftig die Mehrheit an der Ziegler Druck- und Verlags-AG. 9,5% der Aktien behält ein weiterer Aktionär. Den Kaufvertrag ausgehandelt hat nicht Tamedia selbst, sondern ein anderer, nicht genannter potenzieller Käufer. Tamedia habe nun aber von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht – zu den Bedingungen, die der Konkurrent ausgehandelt hatte. Dies sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer.

«Übernahme nicht gesucht»

«Wir haben diese Übernahme nicht gesucht, sondern hätten lieber die bisherige Zusammenarbeit fortgesetzt», sagte Zimmer. Die Eigentümerfamilie habe aber überraschend ihre Beteiligung verkaufen wollen. Die Tamedia, die seit 2005 mit 20% am Winterthurer Medienhaus mit 230 Angestellten beteiligt ist, kauft für 49,6 Mio. Fr. die weiteren 70,5% der Aktien. Einen Teil des Zeitungsmantels – nationale und internationale Themen – soll künftig die Tamedia-Tageszeitung «Berner Zeitung» liefern. Die Gewerkschaft Syndicom verlangte, keinen Stellenabbau vorzunehmen.

Werbeverbund eingegangen

Erst kürzlich hatte der «Landbote» bekanntgegeben, er spanne im Inserategeschäft ab Anfang 2014 mit der St. Galler Tagblatt AG zusammen. Wenn diese Werbekombination tatsächlich zustande komme, werde sie sicher Ende 2014 beendet, sagte Tamedia-Sprecher Zimmer.

Wie Tagblatt-Gesamtleiter Daniel Ehrat sagte, besteht zwischen «Landbote» und St. Galler Tagblatt – respektive Thurgauer Zeitung – ein gültiger Vertrag. Gekündigt werden könne dieser erst auf 31. Dezember 2014. (sda/T. F.)