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Tagblatt Medien mit moderner Struktur

Das Ostschweizer Medienhaus trennt die operativen Geschäfte vom Halten von Beteiligungen und setzt das Kapital herab. Geschäftlich gibt es für die ersten paar Monate des laufenden Jahres neben Herausforderungen auch Erfolgserlebnisse.
Thomas Griesser Kym
Adrian Rüesch, VR-Präsident der neuen Tagblatt Medien Holding AG. (Bild: Ralph Ribi)

Adrian Rüesch, VR-Präsident der neuen Tagblatt Medien Holding AG. (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Transparent und zeitgemäss: So präsentiert sich die neue Struktur der Tagblatt Medien. Bisher basierte das Konstrukt auf einer historisch gewachsenen Stammhaus-Struktur mit einer St. Galler Tagblatt AG (SGTB), die mit der Zeitung und dem Druckgeschäft sowohl operativ tätig war als auch Beteiligungen hielt, etwa an anderen Verlagshäusern, der TVO AG oder der Radio Ostschweiz AG.

Tempi passati: Gestern abend genehmigte die SGTB-Generalversammlung eine Holdingstruktur. Dazu wurde zunächst das operative Geschäft der SGTB in deren Tochter Appenzeller Medienhaus AG (AMH) eingebracht, die seit dem Verkauf des Akzidenzdrucks sowie des Buch- und Kalenderverlags einzig noch die Appenzeller Zeitung beherbergt. Danach wurde die SGTB in Tagblatt Medien Holding AG umfirmiert, und die AMH verlegt ihren Sitz nach St. Gallen und wird in die nun rein operativ tätige neue St. Galler Tagblatt AG umbenannt.

Gegenantrag zum Namen

Der Textilindustrielle und frühere Präsident der IHK St. Gallen-Appenzell, Max R. Hungerbühler, störte sich «als Ur-St. Galler» daran, dass in der neuen Holding das Wort «St. Gallen» fehle. Verwaltungsratspräsident Adrian Rüesch konterte, man sei eine Ostschweizer Mediengruppe. Der Gegenantrag Hungerbühlers, die neue Firma St. Galler Tagblatt Medien Holding AG zu nennen, blieb mit 327 zu 58 776 Stimmen chancenlos. Den Ausschlag gaben die Stimmen des Vertreters der NZZ. Dieser gehört die FPH Freie Presse Holding AG, die 93% der SGTB-Aktien hält. Die anderen 7% gehören 244 Kleinaktionären, von denen gestern 93 anwesend waren.

Teil der Strukturanpassung ist auch eine Kapitalherabsetzung der SGTB von 6,2 Mio. Fr. auf 124 000 Fr. mittels Nennwertreduktion von 100 Fr. auf 2 Fr. je Aktie. Damit fliessen – neben einer Dividende von 6,2 Mio. Fr. – 6,076 Mio. Fr. an die Aktionäre, schwergewichtig an die NZZ. Deren Finanzchef Jörg Schnyder sagte auf Anfrage, seit dem Verkauf der Tagblatt-Liegenschaft an der Fürstenlandstrasse an einen Immobilienentwickler für über 30 Mio. Fr. habe die SGTB sehr hohe Barmittel. Davon fliesse nun ein Teil an die Aktionäre. Die NZZ werde aber damit nicht ihre eigenen Medien finanzieren, sondern für weitere mediennahe Akquisitionen wie zuvor das Swiss Economic Forum oder Moneyhouse bereithalten. Die Tagblatt Medien weisen weiterhin einen soliden Eigenfinanzierungsgrad (69% per Ende 2014) aus. Die freien Reserven betragen 55 Mio. Franken.

Steigender Zuspruch

Im operativen Geschäft zeigte sich Jürg Weber, Leiter Regionalmedien der NZZ, erfreut über steigende Hörer- und Zuschauerzahlen von Radio FM1 und TVO sowie gestiegene Leserzahlen dank letztjähriger Akquisitionen. Zudem werden die digitalen Angebote fortwährend ausgebaut. Sorgen bereiten die Anzeigen, vor allem Stellen und Immobilien. Besser sieht es bei kommerziellen Inseraten aus. Weber sagte, die operative Marge von 3,4% des Umsatzes (2014) «reicht auf Dauer nicht. Sie muss mindestens verdoppelt werden». Im 1. Quartal 2015 wurde das angepeilte Betriebsergebnis erreicht, und es lag um fast die Hälfte über dem Wert der Vorjahresperiode. Und die Zeitungsauflage ist leicht gestiegen.

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