Szenarien für Euro-Ausstieg

Langsam nistet sich in vielen Köpfen eine Idee ein, die bisher undenkbar schien: Was, wenn die EU oder zumindest die Euro-Zone den Rückwärtsgang einlegen? Diverse Szenarien werden derzeit geprüft:

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Langsam nistet sich in vielen Köpfen eine Idee ein, die bisher undenkbar schien: Was, wenn die EU oder zumindest die Euro-Zone den Rückwärtsgang einlegen? Diverse Szenarien werden derzeit geprüft:

• Ein Austritt der Peripherie-Staaten aus der Euro-Zone. Griechenland oder Irland könnten abwerten, um international wettbewerbsfähig zu werden.

Die Lösung hat einen Haken: Die Schulden von Staat und Haushalten würden die betroffenen Volkswirtschaften strangulieren; auch extern würden viele Banken und Gläubiger daran zugrunde gehen.

• Die Rückkehr Deutschlands zur D-Mark. Dieser Schritt wäre für Europa weniger katastrophal. Laut Ökonomen würde die DM schlagartig um 30% gegenüber dem Euro aufwerten. Kurzfristig wäre ein Schock aber unvermeidlich. Die deutsche Exportwirtschaft wie auch die EU-Partner nähmen schweren Schaden.

• Der Euro wird in eine Nord- und eine Süd-Währung gesplittet. Diese von französischen Ökonomen lancierte Idee wäre der realen Lage am ehesten angebracht und hätte deshalb die geringsten Folgen. Konkret müsste aber eine neue Gemeinschaftswährung kreiert werden, zum Beispiel die Nord-Mark. Offen wäre, welcher Währung Frankreich sich anschliessen würde.

• Der Euro wird generell abgeschafft. Die holländische Bank ING hat diesen Fall in einem Bericht mit dem Titel «Das Undenkbare quantifizieren» geprüft. Sie sagt eine starke Rezession mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 10% in ganz Europa voraus. Denn die Südstaaten sähen sich mit einer massiven Inflation konfrontiert, Deutschland und die Nordstaaten mit einer ebensolchen Deflation. (brä)

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