Syngenta zahlt an US-Bauern

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Milliardenvergleich Mit einem mutmasslich 1,5 Milliarden Dollar teuren Vergleich will der Basler Agrochemiekonzern Syngenta einen seit vier Jahren hängigen Rechtsstreit mit amerikanischen Bauern um verfrühte Lieferungen gentechnisch veränderten Maises beilegen. Ein US-Gericht muss den Vergleich noch bestätigen, erst dann könne man die Vergleichssumme kommunizieren, teilt Syngenta mit. Die Agentur Bloomberg hatte sie ohne Quellenangabe auf knapp 1,5 Milliarden Dollar beziffert und eine Beteiligung von 100000 Bauern erwähnt. Syngenta schätzt dagegen, es könnten sich potenziell 350000 bis 400000 Bauern an dem Vergleich beteiligen. Laut der US-Forschungsagentur Sustainalytics sieht sich Syngenta mit insgesamt 440000 US-Klägern konfrontiert. Diese stellen laut Syngenta-Geschäftsbericht Schadenersatzansprüche in Höhe von über 5 Milliarden Dollar.

Ironischerweise ist der chinesische Konzern Chem China, der Syngenta für 43 Milliarden Dollar übernommen hat, am Problem der Basler direkt beteiligt. Bei den Klägern handelt es sich um Bauern und Exporteure, die ihren Mais nicht wie üblich nach China exportieren konnten. Syngenta hatte mit Blick auf die Erntesaison 2011 den Verkauf einer neuen Genmaissorte namens Viptera lanciert. Doch China liess deren Import erst Ende 2014 zu. Die Kläger machen geltend, Syngenta habe sie falsch informiert, und sie beklagen Ertragsausfälle und Preiszerfall. Tatsächlich befand ein Geschworenengericht, Syngenta habe Viptera mit aggressiven Methoden vermarktet. (D. Z.)