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Syngenta nimmt neuen Anlauf

Damit der Agrochemiekonzern eine milliardenschwere Anleihe ausgeben kann, muss ein möglichst vorteilhafter Vergleich mit amerikanischen Maisbauern her.

Der Agrochemiekonzern Syn­genta hofft, noch vor Ende März einen neuen Versuch zur Schuldenaufnahme starten zu können. Hilfreich wäre es, wenn die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch ihre Drohung zurücknähmen, die Bonität der Syngenta-Schuldpapiere unterhalb des (für die meisten institutionellen Anleger gerade noch investierbaren) Investment-Grade-Niveaus zu benoten, sagte Finanzchef Mark Patrick gestern.

Ursprünglich hatte Syngenta im September zwecks langfristiger Finanzierung die Ausgabe von Anleihen über 7 Milliarden Dollar geplant. Syngenta musste den Plan aber kurzfristig fallen lassen, nachdem die Ratingagenturen mit Blick auf den Ausgang eines Rechtsstreites mit nordamerikanischen Maisbauern und Getreidehandelsfirmen Bedenken angemeldet hatten. Inzwischen ist eine Vergleichslösung so weit gediehen, dass sie laut Patrick in den nächsten Tagen das Plazet des zuständigen Richters in Kansas erhalten sollte. Über die Höhe des Vergleichs äusserte sich der Finanzchef nicht. Diverse Quellen hatten von rund 1,5 Milliarden Dollar gesprochen, die Syngenta den Farmern zu zahlen bereit sei. Patrick nannte Schätzungen über den Gesamtschaden von 15 Milliarden Dollar als «weit überhöht».

Hintergrund des Rechtsstreits bilden die Praktiken Syngentas beim Verkauf der Gentechmaissorte Viptera. Diese sei den Bauern als exportfähig für den chine­sischen Markt angeboten worden, was sich im Nachhinein aber als falsch herausgestellt haben soll. Patrick hofft, nach Erhalt des ­Plazets zur Vergleichs­lösung, mit einer Emission von 5 Milliarden Dollar an den Kapitalmarkt gelangen zu können. Um die Be­denken der Ratingagenturen aus dem Weg zu räumen, muss er aber auch Zeichen einer fi­nanziellen Unterstützung durch ­Syngentas Eigentümerin bei­bringen können. «Wir hoffen, dass uns dies mit der Hilfe von Chem China gelingen wird», sagt Patrick. Fitch-Analystin Amee ­Attri sagt, «wir brauchen die Zusicherung, dass Syngenta fähig ist, die hohe bilanzielle Verschuldungsquote auf Linie mit unseren Kriterien für ein BBB-Rating zu bringen». Laut Patrick diskutiert man alle Möglichkeiten, vom ­Dividendenverzicht bis zum Einschuss neuer Finanzmittel.

Ein wichtiges Element ist auch die Fähigkeit Syngentas, die Finanzierungsmittel selber aus dem Geschäft zu erarbeiten. Wohl deshalb hat der Konzern gestern bei der Vorlage der Zahlen für 2017 den Anstieg des freien Cashflows von 1,4 Mil­liarden auf 1,7 Milliarden Dollar in den Vordergrund gestellt. Der Umsatz sank um 1 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar, wobei die Pflanzenschutzmittel mit einem Verkaufsanteil von drei Vierteln 3 Prozent weniger umsetzten und das Saatgut 6 Prozent zulegte. Patrick bekräftigte, Syngenta sei interessiert, im Saatgutgeschäft auch akquisitorisch zu wachsen.

Daniel Zulauf

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