SYMPOSIUM
HSG startet Ende Monat Präsenzunterricht – Symposium feiert 50. Geburtstag trotzdem ohne Publikum

Die Organisatoren des St.Gallen Symposiums wollen für das Jubiläum vom 5. bis zum 7. Mai auf der sicheren Seite sein – und entscheiden sich für eine Durchführung ohne Teilnehmer vor Ort.

Kaspar Enz
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Das St.Gallen Symposium wird dieses Jahr ohne Publikum an der HSG durchgeführt.

Das St.Gallen Symposium wird dieses Jahr ohne Publikum an der HSG durchgeführt.

Bild: PD

In knapp zwei Wochen findet das 50. St. Gallen Symposium statt. Ein Jubiläum, das bereits letztes Jahr einmal verschoben wurde. Dieses Jahr soll es nun klappen. 137 Referenten haben die Organisatoren gewinnen können: Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, die deutsche Klimaaktivistin Luise Neubauer oder Novartis-Chef Vasant Narasimhan treten auf, ebenso Bundesrätin Karin Keller-Sutter oder die Naturforscherin Jane Goodall.

Orchestriert wird das Symposium von der Universität St. Gallen. In der Aula und in weiteren dafür eingerichteten Studios sollen die Vorträge und Diskussionen aufgezeichnet werden. Doch welche Referenten tatsächlich vor Ort sein werden, ist noch nicht ganz klar. Klar ist aber: Die Zuschauerreihen bleiben leer.

Generationendialog gefährdet

«Wir haben uns entschieden, bevor der Bundesrat die letzten Lockerungen beschlossen hat», sagt Symposiumssprecherin Melanie Monstein. So beginnt die Universität nächste Woche zwar wieder mit einem eingeschränkten Präsenzunterricht. An der Entscheidung ändert dies aber nichts. «Wir hätten nur 50 Teilnehmer zulassen können», sagt Monstein. Man hätte die Teilnehmer selektionieren müssen. Aber der Dialog zwischen den Generationen wäre dabei auf der Strecke geblieben. «Dieser Dialog zwischen der jungen Generation und älteren Entscheidungsträgern ist uns wichtig», sagt sie.

«Wir tragen aber auch Verantwortung für die Gesundheit der Teilnehmenden.»

Dass das Jubiläumssymposium ohne Publikum durchgeführt werde, sei zwar schade. «Die grosse Fete fällt aus», sagt Monstein. Trotzdem sei das Team über die Entscheidung froh. «Lange haben wir für beide Möglichkeiten geplant und organisiert», sagt Monstein: für eine rein virtuelle Veranstaltung wie auch eine mit Publikum. Die Entscheidung erleichtere nun das weitere Vorgehen.

Liveübertragung in Schweizer Botschaften

Während man in St. Gallen auf physische Teilnehmer verzichtet, wird das Symposium an verschiedene Orte auf der Welt übertragen – mit Livepublikum. Unter Berücksichtigung von Gesundheit und Sicherheit könne beispielsweise am Hub in Singapur eine Veranstaltung mit rund 50 Personen umgesetzt werden.

Symposium auf Studenteninitiative

Das erste Symposium entstand im Jahr 1970 auf Initiative von fünf Studenten – angeregt wurden sie nicht zuletzt von den Protestbewegungen von 1968. Seither wuchs das Symposium und man konnte immer wieder wichtige Persönlichkeiten der Weltpolitik in St.Gallen begrüssen. Studenten der HSG sind weiterhin massgebend an der Organisation und Durchführung des Events beteiligt. (ken)

Weiter werden in den Schweizer Botschaften in Akkra, Hongkong, Johannesburg, Mexiko-Stadt, Moskau, Neu-Delhi, São Paulo, Tokio und Wien kleinere oder virtuelle Veranstaltungen gemäss den jeweils geltenden Sicherheitsbestimmungen durchgeführt. Mit weiteren Durchführungsorten sei man noch im Gespräch, sagt Monstein. Die Veranstaltungen seien virtuell miteinander verknüpft, sodass ein globaler Dialog entstehe.

Jubiläumszeremonie in der Aula

Die wichtigsten Programmpunkte finden deshalb am Nachmittag um 14 Uhr statt, um alle Zeitzonen zu erreichen. Etwas früher am Donnerstagmittag findet die Jubiläumszeremonie in der Aula statt. Immerhin dafür seien die Referenten alle vor Ort. So könne das Jubiläum doch noch würdig in St. Gallen begangen werden, ist Melanie Monstein überzeugt.

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