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«Angst vor China ist fehl am Platz»: Marianne Wildi sieht IT-Innovation
als Chance für Schweizer Banken

An der Swiss Digital Finance Conference in Rotkreuz trafen sich Experten aus dem Finanzsektor, um über den Umgang mit digitaler Innovation zu debattieren. Im Fokus stand dabei die «Bedrohung Asien».
Livio Brandenberg
Nikolai Tsenov, Marianne Wildi und Moderator Daniel Albert von der Hochschule Luzern (v. l.). (Bild: Eveline Beerkircher, Rotkreuz, 23. Mai 2019)

Nikolai Tsenov, Marianne Wildi und Moderator Daniel Albert von der Hochschule Luzern (v. l.). (Bild: Eveline Beerkircher, Rotkreuz, 23. Mai 2019)

Neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain, Virtual Reality oder Big Data verändern den Finanzsektor, und zwar rasant. Dies wurde am Donnerstag einmal mehr deutlich an der Swiss Digital Finance Conference des Departements für Informatik der Hochschule Luzern in Rotkreuz. Über verschiedenen Aussagen der Branchenvertreter, die sich das Mikrofon in die Hand gaben, lag der Tenor: Bei der Digitalisierung Angst zu haben vor Asien und im Speziellen China, das sei fehl am Platz.

So appellierte etwa Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg und mittlerweile bekannt als Treiberin von IT-Innovation in der Bankbranche, an das Schweizerische Selbstwertgefühl: «Ich bin der Überzeugung, dass wir als Schweizer uns nicht selber vergessen sollten. Wir können davon profitieren, neue Technologien einzubauen, doch wir sollten unsere DNA, unsere Swissness nicht vergessen.» Es sei so: Die Schweizer Banken seien vielleicht – noch – nicht überaus innovativ. «Doch wir können Banking, wir sollten es einfach nicht vergessen. Denn am Schluss geht es um Wohlstand – wie bei den Chinesen auch.»

Mehr Impulse aus dem «Islamic Banking»

Weiter gab sich Wildi erwartungsgemäss als Advokatin neuer Technologien beziehungsweise Ideen, darunter «Open Banking», welches die Hypothekarbank Lenzburg seit rund zwei Jahren vorwärts treibt. «Open Banking» bedeutet, dass Banken Teile ihrer Daten Drittanbietern zugänglich machen. Das soll Bankkunden neue Möglichkeiten, das Bündeln einer Vielzahl von Dienstleistungen und dadurch Komfort bringen. Das Ziel ist Banking und andere Finanzdienstleistungen auf einen Blick innerhalb einer Oberfläche. Das Thema sei äusserst aktuell, sagte Wildi, und sie habe das Glück, dass ihr – und ihrem Management – der Verwaltungsrat den Freiraum gewähre, Dinge auszuprobieren. Was die Digitalisierung ganz allgemein angehe, so sei das Tempo der Innovation faszinierend. Als Beispiel nannte sie den sprachgesteuerten, intelligenten Lautsprecher von Amazon. «Dieses Gerät ist heute sieben Jahre alt. Stellen Sie sich vor, was es kann, wenn es 18 ist.» Dennoch sei es für ihre Bank «unvorstellbar», dass es keine Menschen mehr brauche. «Ob das dann wirklich so ist, wird der Kunde entscheiden. Bis der Kunde etwas anderes wünscht, wollen wir eine Mixtur sein aus Mensch und Maschine», so die Bankchefin.

In den allermeisten Punkten stimmte Martin Meyer von der UBS Marianne Wildi zu. Der Schweizer Finanzplatz werde auch in Zukunft relevant sein, so der Innovationschef der globalen Vermögensverwaltung der grössten Schweizer Bank, «denn es gibt zwei Währungen, die in dieser Branche zentral sind: Vertrauen und Sicherheit – und wir können respektive stehen für beides in der Schweiz». Weiter müsse man sehen, dass China keineswegs vorhabe, «die Schweiz und den Westen zu annektieren, sondern sie wollen einfach nur wachsen. Diese Strategie hat China vor 25 Jahren festgelegt und stets ziemlich klar kommuniziert», resümierte der Engelberger.

Beim Blick in die Zukunft überraschte Nikolai Tsenov vom Schweizer Banken-IT-Spezialisten Finnova mit der Aussage, er gehe davon aus, dass künftig mehr Impulse aus dem «Islamic Banking» kommen würden, «dass es also beispielsweise weniger spekulative Instrumente geben wird, welche heute in der Schweiz sehr verbreitet sind».

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