Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Suva gewährt Prämienrabatt

Die Suva erzielte 2017 an den Kapitalmärkten eine Milliardenrendite. Ein schöner Teil davon kommt den Beitragszahlern zugute. Sie werden in den nächsten zwei Jahren entlastet.
Rainer Rickenbach
Der Präsident des Suva-Rats, Gabriele Gendotti, Finanzchef Ernst Mäder und der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Felix Weber (von links nach rechts), während der Suva-Bilanzmedienkonferenz in Luzern. Bild: Alexandra Wey/Keystone (27. Juni 2018)

Der Präsident des Suva-Rats, Gabriele Gendotti, Finanzchef Ernst Mäder und der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Felix Weber (von links nach rechts), während der Suva-Bilanzmedienkonferenz in Luzern. Bild: Alexandra Wey/Keystone (27. Juni 2018)

Der «dritte Beitragszahler» tat 2017 etwas gegen seinen durch die zähe Tiefzinsphase ramponierten Ruf. Sowohl die Pensionskassen als auch die Unfallversicherung Suva verdienten an den Kapitalmärkten sehr gut. Die Suva erzielte auf ihrem Anlagevermögen eine Rendite von stolzen 7,8 Prozent, ihr Anlagevermögen wuchs von 48 auf 51,2 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad erreichte Ende Jahr den bisherigen Spitzenwert von 142,7 Prozent (siehe Grafik). Er sagt aus, wie es um das Verhältnis zwischen den Kapitalreserven und den bestehenden sowie den künftigen Verpflichtungen steht.

«Der Deckungsgrad liegt über dem Wert, den wir als nötig erachten», sagte Felix Weber, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, gestern an der Bilanzmedienkonferenz des grössten Schweizer Unfallversicherers. Die langfristigen Verpflichtungen seien finanziell gedeckt, und selbst ein Börsenschock wäre verkraftbar. «Die Suva leitet darum für die nächsten zwei Jahre eine ausserordentliche Prämienreduktion in die Wege», so Weber.

Die ausserordentliche Prämienreduktion für 2019 beläuft sich auf 15 Prozent. Das entspricht dem gesetzlich vorgegebenen Maximum. Da die Prämien aber je nach Unfallrisiko unterschiedlich hoch sind, haben die Berufszweige in unterschiedlichem Masse etwas davon. In Zahlen ausgedrückt: Bei der Berufsunfallversicherung (BUV) brauchen die Arbeitgeber rund 220 Millionen Franken weniger Versicherungsbeiträge zu zahlen. Bei der Nichtbetriebsunfallversicherung (NBUV) sparen Arbeitnehmer und freiwillig einzahlende Arbeitgeber insgesamt 300 Millionen Franken. Pro Versicherten macht das bei der NBUV einen Mittelwert von 150 Franken pro Person und Jahr.

Für das Jahr 2020 ist ein weiterer Prämienrabatt im Umfang von 440 Millionen Franken vorgesehen. Alles in allem werden die Betriebe und ihre Angestellten während zweier Jahre um 960 Millionen Franken entlastet. «Die Reduktion beschränkt sich auf zwei Jahre. In diesem Zeitraum gibt die Suva Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück und trägt so zur Stärkung des Werkplatzes Schweiz bei», erklärte Weber. Zwischen 2008 und 2015 senkte die Suva bereits siebenmal in Folge die Prämien. Damals handelte es sich indes nicht um Rabatte, sondern um definitive Senkungen. «Die Mittel für die Prämienreduktionen kommen ausschliesslich aus den Anlageerträgen», sagte Suva-Finanzchef Ernst Mäder. An der risikogerechten Prämiengestaltung ändere das zeitlich limitierte Geschenk aber nichts. Es war ein aussergewöhnliches Anlagejahr, das den Prämienrabatt möglich machte. Die Rendite von 7,8 Prozent ragt weit über die Durchschnittszahlen der letzten Zeit hinaus. So legte die Suva 2016 um 4,1 Prozent zu, und im Durchschnitt der zurückliegenden zehn Jahre bezifferte sich die Rendite sogar nur auf 3,8 Prozent. Mäder: «Unsere Strategie, antizyklisch zu investieren, macht sich bezahlt.»

Die fetten Anlagejahre sind vorbei

Gutes Geld verdient hat der Unfallversicherer im vergangenen Jahr mit Aktien und Immobilien. Ob diese beiden Anlagekategorien auch dieses Jahr die Suva wieder reicher machen, hält der Finanzchef für fraglich. Die Performance bis Mitte Juni belief sich auf bescheidene 0,1 Prozent. Mäder deutet sie als Vorbote für anbrechende magere Anlagezeiten. «Eigentlich befindet sich die Weltwirtschaft in einem synchronen Aufschwung. Doch davon merkt man wenig. Es bestehen grosse wirtschaftliche, finanzielle und politische Unwägbarkeiten, und das Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union harrt immer noch einer Klärung», so Mäder. Immerhin hält er eine Normalisierung bei den Zinsen für möglich. Doch die Aktienmärkte seien hoch bewertet, und der Schweizer Immobilienmarkt zeige definitiv Anzeichen von Überhitzung. Mäder: «Die Erwartungen für die Anlageerträge bewegen sich deutlich unter den historischen Mittelwerten.» Für den Finanzhaushalt der Suva ebenfalls wichtig: Die Heilkosten entwickeln sich nach ihrer Einschätzung zwar moderat, aber doch «spürbar steigend», und in den bei ihr versicherten Branchen beschränkt sich das Lohnwachstum auf 1,7 Prozent.

Die Suva entrichtete 2017 Leistungen im Wert von 4,3 Milliarden Franken an die Versicherten. Das Betriebsergebnis belief sich auf 363,7 Millionen Franken. Davon buchte der Unfallversicherer 62,1 Millionen Franken in die Ausgleichsreserven um.

Mehr Freizeitunfälle

Die Zahl der registrierten Berufsunfälle blieb im vergangenen Jahr mit rund 178 000 stabil. Die Freizeitunfälle hingegen nahmen erneut zu, diesmal auf deren 268 000. Dieser Trend hält seit Jahrzehnten an. Man wolle bei der Prävention noch effizienter werden, sagt Felix Weber, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung. «Wir behandeln Berufs- und Nichtberufsunfälle neu ganzheitlich und zusammen.» Die Suva treibt ausserdem die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse voran. Dank interner Umstrukturierung seien nun Mittel für die dazu nötigen Investitionen geschaffen worden. So wolle man beim Schadenmanagement effizienter werden, etwa mit elektronischem Datenaustausch und automatischen Fallsteuerungen. Bereits Wirkung gezeigt hat die elektronische Rechnungsverarbeitung. Die Suva wies im vergangenen Jahr Rechnungen in der Höhe von 210 Millionen Franken zurück, was Einsparungen von netto 53 Millionen mit sich brachte. (rr)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.