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Kommentar

Sunrise-UPC-Deal rückt näher – kommt es jetzt zum Preiskampf mit der Swisscom?

Die Wettbewerbskommission erlaubt den Mega-Deal. Was das für Konsumenten bedeutet.
Fabian Hock

Jetzt geht es der Swisscom an den Kragen. Erstmals erhält der Branchenprimus wohl einen echten Konkurrenten. Denn heute Vormittag entschied die Wettbewerbskommission, dass Sunrise wie geplant UPC Schweiz übernehmen darf. Die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekommarkt gemeinsam mit der Kabelnetzbetreiberin UPC – da wächst ein Herausforderer heran, der dem Blauen Riesen Paroli bieten könnte.

Ein Zweikampf auf Augenhöhe im Schweizer Telekommarkt weckt die Hoffnung auf einen Preiskampf für Festnetz, Internet und Mobilfunk. Vorsicht ist jedoch geboten. Denn dass am Ende die Konsumenten profitieren, ist keineswegs ausgemacht.

Purzeln jetzt die Preise? Was dafür spricht:

  • „Kleine Anbieter haben gegen die Swisscom keine Chance“, sagt Mobilfunkexperte Jean-Claude Frick auf Anfrage. In der Vergangenheit habe das Modell mit einer „überstarken Swisscom“ und ein paar kleineren Konkurrenten nicht funktioniert – entsprechend hoch sind die Preise in der Schweiz. Mit einer grösseren Sunrise werde es für die Konsumenten „sicher nicht schlechter“, sondern „tendenziell eher besser“, so die vorsichtige Erwartung des Comparis-Experten.
  • Dazu passt die Vorgabe von Sunrise, an der sich das Unternehmen dann messen lassen muss: Wachstum durch günstige Angebote. Das hat die Weko bei ihrem Entscheid massgeblich beeinflusst, wie sie selbst schreibt: Sunrise habe „öffentlich angekündigt, dass sie in Zukunft attraktive Produkte zu einem günstigen Preis und in hoher Servicequalität anbieten wollen, um Marktanteile zu gewinnen". Tut sie das, wird die Swisscom reagieren müssen.

Was dagegen spricht:

  • Besorgt äussert sich die Stiftung Konsumentenschutz. "Wenn die Fusion tatsächlich stattfindet, haben Sunrise und Swisscom die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz im Sack", sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin Konsumentenschutz. Warum das aufziehende Duopol für die Weko kein Problem darstelle, sei nicht nachvollziehbar, heisst es in einer Mitteilung der Stiftung. Der dritte Anbieter auf dem Markt, Salt, könne in dieser Konstellation kaum noch konkurrieren.
  • Ausserdem steht Sunrise nach der möglichen Übernahme eine langwierige Integrationsphase bevor. In dieser Zeit, so die Erwartung von Analysten, könnten von der Swisscom geflohene Kunden wieder zum Branchenprimus zurückkehren. Viele hätten laut Zürcher Kantonalbank (ZKB) der Swisscom wegen der Umstellung des Festnetzes auf vollständig digital den Rücken gekehrt. Diese sei nun aber so gut wie abgeschlossen. Nun erwartet die Bank, dass eine grössere Zahl zurückkommt.
  • Beobachter weisen ferner darauf hin, dass der UPC-Kauf eine sehr teure Transaktion wird – so sie denn tatsächlich kommt. Zur Erinnerung: Der Kaufpreis vom 6,3 Milliarden Franken soll mittels einer Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden Franken gestemmt werden. Für den grössten Sunrise-Aktionär Freenet viel zu teuer – die Deutschen wollen an der ausserordentlichen Generalversammlung, die übrigens am 23. Oktober stattfinden soll, gegen den Deal stimmen. Nun könnte ebendieser hohe Kaufpreis schlechte Nachrichten für Konsumenten bedeuten: Der teure Deal liesse Sunrise wenig Möglichkeiten, zum „exzessiven Preisdrücker“ zu werden, schreibt die ZKB. Da auch Salt im Verhältnis zu den beiden grossen Playern kaum noch Chancen hat, mit Preisoffensiven Nadelstiche zu setzen, könnte es zwischen Sunrise und Swisscom letztlich auf einen Qualitätswettbewerb und weniger auf einen Preiskampf hinauslaufen. Das spüren Konsumenten nicht im Portemonnaie.

Wie es am Ende kommt, ist abzuwarten. Den vorgebrachten Bedenken zum Trotz, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die neue Konkurrenz für die Swisscom nicht zum Nachteil der Konsumenten wird.

Einen Haken gibt es jedoch noch: die Generalversammlung am 23.10. Derzeit ist offen, wer die Mehrheit der Aktionäre auf seine Seite ziehen kann – das Sunrise-Management um Firmenchef Olaf Swantee oder der grösste Aktionär Freenet. Auch wenn derzeit vieles für die Übernahme spricht: Wird sie von den Aktionären abgelehnt, erübrigen sich sämtliche Gedankenspiele über sinkende Preise.

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