Bodensee-Airport: Sun Express fliegt in Germania-Lücke

Die Fluggesellschaft Germania hat mit ihrer Insolvenz den Flughafen Friedrichshafen erschüttert. Gestern kündigte der Münchner Ferienflieger Sun Experss an, einen Teil des Germania-Angebots zu übernehmen.

Stefan Borkert
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Sun Express kehrt zurück an den Bodensee-Airport. (Bild: PD)

Sun Express kehrt zurück an den Bodensee-Airport. (Bild: PD)

Die Pleite der Germania ist noch nicht einmal eine Woche her, da zeigt sich ein Silberstreifen für den Bodensee-Airport am Horizont. Germania war für Friedrichshafen die wichtigste Airline. Ein Drittel der Passagiere flog mit Germania, darunter auch Tausende Gäste aus der Ostschweiz. Die Ferienfluggesellschaft Sun Express mit Sitz in München übernimmt nun Germania-Flüge.

Im Juni 2017 hatte Sun Express neben fünf anderen deutschen Flughäfen auch Friedrichshafen aus dem Streckennetz genommen. Jetzt kehrt Sun Express also wieder an den Bodensee zurück. So teilte die Airline gestern mit, dass sie im Sommer 2019 eine Verbindung nach Antalya anbietet. Ab Wien wird der Carrier die türkische Stadt bis zu dreimal täglich anfliegen.

Die Flotte soll dazu um zwei Maschinen auf 83 Flugzeuge erweitert werden. Düsseldorf bleibt mit sechs täglichen Verbindungen weiterhin der am stärksten frequentierte Flughafen, gefolgt von Köln-Bonn mit fünf und Frankfurt mit drei täglichen Frequenzen. Ab Basel und Zürich verstärkt Sun Express ebenfalls ihre Präsenz und baut insbesondere die Wochenendverbindungen mit je drei täglichen Flügen nach Antalya aus. «Mit unserem Angebot können wir kurzfristig auf den Marktaustritt der Germania reagieren», sagt Kommerz-Direktor Peter Glade. Sun Express setzt dabei auf das starke Wachstum der Sonnendestination Türkei. Glade ergänzt: «Wir freuen uns zudem, früher als geplant an den Flughafen Friedrichshafen zurückzukehren.»

Investoren im Gespräch

Inzwischen hat sich auch hinter den Kulissen einiges getan. Der Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg erklärt, er führe Gespräche mit Interessenten über möglichen Voraussetzungen, die auch zu einer Übernahme führen können. Es gebe bereits mehrere Interessenten. Näheres war zunächst nicht zu erfahren. Wienberg bestätigte aber, dass bisher noch keine Kündigungen der insgesamt fast 1700 Mitarbeiter, darunter rund 400 Piloten und 580 Flugbegleiter, ausgesprochen wurden.

Nicht betroffen von der Pleite ist die Schweizer Gesellschaft Germania Flug AG, die nur zu 40 Prozent dem deutschen Unternehmen gehört. Der Betrieb gehe wie gewohnt weiter, teilte das Unternehmen mit.