Sulzer verliert seinen Chef

Analysten bedauern den überraschenden Abgang von Ton Büchner als Chef des Winterthurer Technologiekonzerns Sulzer. Sein Nachfolger könnte einen schweren Stand haben.

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Ton Büchner (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Ton Büchner (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Winterthur. Büchner verlässt Sulzer im 4. Quartal dieses Jahres und geht zu Akzo Nobel mit Sitz in Amsterdam. Dort wird der Holländer Chef des Spezialchemie- und Beschichtungskonzerns, der 55 000 Angestellte hat und gut elfmal mehr umsetzt als Sulzer.

Büchner (45) hatte 1994 als strategischer Entwickler bei Sulzer angeheuert und arbeitete sich bis 2007 zum Konzernchef empor. Vor seiner Ernennung zum obersten Chef hatte er zwei Divisionen geleitet, zunächst den Turbomaschinenservice, dann die Pumpen. Von 2003 bis 2007 restrukturierte Büchner die Pumpen-Division und verdoppelte ihren Umsatz auf 1,7 Mrd. Franken. Heute erarbeitet Sulzer mit den Pumpen fast den halben Konzernumsatz.

Saniert und ausgebaut

Als Konzernchef leitete Büchner ab Mitte 2009 umfassende Sparmassnahmen ein. Im Zuge der Finanzkrise baute er 1400 Stellen ab. Ende 2010 hatte Sulzer weltweit noch 14 000 Angestellte. Büchner pflegte auch eine Wachstumsstrategie. Zuletzt wurde der Kauf des schwedischen Pumpenherstellers Cardo bekannt.

An der Börse büsste die Sulzer-Aktie gestern 7,6% ein. Sulzer verliere einen «messerscharfen Analytiker und umsichtig agierenden Manager», sagten Analysten. Sulzer suche intern und extern nach einem Nachfolger, sagt Konzernsprecherin Verena Gölkel. Gefragt sei eine Person mit Ingenieurwissen und Führungserfahrung in der Industrie.

«Sehr professionell»

Helvea-Analyst Volkan Göçmen freilich sieht keinen internen Nachfolger. Und er betont, Büchner habe sich im Machtkampf von Grossaktionär Viktor Vekselberg mit VR-Präsident Ulf Berg, der in dessen Abwahl gipfelte, «sehr professionell» verhalten. Berg wurde durch Jürgen Dormann ersetzt, mit dem Büchner laut Göçmen gut auskam. Aber: Dormann ist 71 Jahre alt. Büchners Nachfolger müsse befürchten, dass nach Dormanns absehbarem Rücktritt die Unrast erneut losgehe. (sda/red.)

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