Streitparteien bei Sika wetzen die Messer

BAAR. Kommenden Dienstag hält der Bauchemiekonzern Sika seine Generalversammlung (GV) ab. Im Vorfeld übertreffen sich die Streitparteien mit Lobbying und PR-Tricks.

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BAAR. Kommenden Dienstag hält der Bauchemiekonzern Sika seine Generalversammlung (GV) ab. Im Vorfeld übertreffen sich die Streitparteien mit Lobbying und PR-Tricks. Die Erbenfamilie Burkard, die Sika gegen den Willen des Verwaltungsrats (VR), der Geschäftsleitung und vieler anderer Aktionäre mehrheitlich an die französische Saint-Gobain verkaufen will, wirbt mit Plakaten am Bahnhof Baar, Inseraten und einer Homepage um die Gunst der Öffentlichkeit. Weshalb, fragt man sich? Im Streit um Sika ist die Situation nämlich seit Monaten blockiert. Ein Entscheid, ob die Familie ihr Aktienpaket an Saint-Gobain verkaufen darf oder nicht, liegt einzig beim Zuger Kantonsgericht. Dieses prüft, ob der Verwaltungsrat die Vinkulierungsklausel anwenden darf und die Familie Burkard rechtmässig entmachtet hat oder nicht. Beide Parteien, der Sika-VR und die Familie, haben Gutachten zu ihren Gunsten eingereicht. «Bisher hat Sika sehr einseitig informiert, darum hat die Familie Burkard entschieden, alle Fakten zusammenzustellen und auf ihrer Website zu veröffentlichen», sagt Burkard-Sprecher Andreas Durisch. Die Kampagne richte sich an die 2000 Sika-Angestellten in der Schweiz, an Aktionäre und alle, die sich dafür interessieren.

Bei vielen Sika-Angestellten kommt die Aktion nicht gut an. «Wir sind weiterhin gegen einen Verkauf an Saint-Gobain», sagt etwa eine Mitarbeiterin. «Wir sind als eigenständiges Unternehmen erfolgreich unterwegs.» Und: Man traue den Versprechen aus Frankreich nicht. Sika-Investor Marc Possa findet die PR-Offensive «absolut sinnlos». Die Meinungen seien gemacht, und «der Ruf der Familie Burkard beziehungsweise von Saint-Gobain wird durch die Kampagne nicht besser». Eine jüngste Informationsveranstaltung der Familie Burkard für Analysten und Medien scheint das zu bestätigen: Kein Analyst revidierte seine ablehnende Haltung zur geplanten Transaktion. Beide Seiten, die Burkards und der Sika-VR, versuchen zudem Politiker von ihren Ansichten zu überzeugen.

Mit Blick auf die GV sagt Possa: «Die Stimmenmehrheit der Familie wird wiederum beschnitten», der von den Burkards portierte VR-Kandidat Jacques Bischoff werde nicht gewählt. Possa erwartet aber eine GV, an der es hoch zu- und hergeht, mit emotionalen Reden. (eme)

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