Streit um die Währung

Einen weiteren Streit trägt China mit den USA aus. So haben die Vereinigten Staaten ihren Druck auf die asiatische Wirtschaftsmacht erhöht, ihre Währung aufzuwerten. Zwar hatte China den USA vor wenigen Tagen zugesichert, weiter an der Reform des Wechselkurses zu arbeiten.

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Einen weiteren Streit trägt China mit den USA aus. So haben die Vereinigten Staaten ihren Druck auf die asiatische Wirtschaftsmacht erhöht, ihre Währung aufzuwerten. Zwar hatte China den USA vor wenigen Tagen zugesichert, weiter an der Reform des Wechselkurses zu arbeiten. Seitdem stieg der Wert des Renminbi – wie die in Yuan gemessene Währung offiziell genannt wird – gegenüber dem Dollar um 1%. Den Amerikanern geht die Entkoppelung der chinesischen Währung vom Dollar aber nicht schnell genug voran.

Nach übereinstimmender Experten-Meinung bleibt sie 20% bis 25% hinter ihrem tatsächlichen Marktwert zurück.

Washington hört von seinen Exporteuren, wie der künstlich niedrig gehaltene Yuan ihre Produkte verteuert und damit weniger wettbewerbsfähig macht. Angesichts von fast 15 Millionen Arbeitslosen in den USA finden die Klagen der betroffenen Firmen offene Ohren bei den Abgeordneten und Senatoren im US-Kongress. Erst recht in einem Wahljahr.

Womit ein Mitglied der chinesischen UNO-Delegation zu erklären versuchte, warum Ministerpräsident Wen Jiabao und US-Präsident Obama bei ihrem Treffen in New York letzte Woche zwei Stunden lang nur über dieses Thema diskutierten.

Aus dem Umfeld des Präsidenten hiess es anschliessend, Obama habe Klartext gesprochen. «Wenn die Chinesen nicht aktiv werden, haben wir andere Mittel, die Interessen der USA zu schützen.» In der Pipeline ist ein Gesetzespaket, das Strafzölle gegen chinesische Einfuhren verhängen könnte.

Experten warnen aber davor, den Bogen zu überspannen und einen Handelskrieg zu riskieren. Das sei das Letzte, was die labile Weltwirtschaft brauche. (T.S.)