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STRATEGIE: Schweiz Tourismus setzt auf die Schätze der Natur

Die Natur soll diesen Sommer mehr Touristen in die Schweiz bringen. Schweiz Tourismus erwartet eine leichte Erholung bei den Gästezahlen.
Stefan A. Schmid
Oasen zum Entspannen bietet die Schweiz viele – und will damit noch stärker punkten. (Bild: Benjamin Manser (Flumserberg, 8. September 2016))

Oasen zum Entspannen bietet die Schweiz viele – und will damit noch stärker punkten. (Bild: Benjamin Manser (Flumserberg, 8. September 2016))

Stefan A. Schmid

Der Winter gibt ein Comeback in der Schweiz: Schnee bis ins Flachland und Frost in den Nächten. Die Winterjacken und -schuhe werden wieder aus dem Keller geholt und frühmorgens die Scheiben des Autos von einer Eisschicht befreit. Manch einer dürfte da wehmütig in Richtung Sommer blicken. Genau das haben die Verantwortlichen von Schweiz Tourismus gestern in Zürich getan – und die Werbetrommel für Sommerferien in der Schweiz gerührt.

Die Marketingorganisation setzt dabei ganz auf Erlebnistourismus und die Naturschönheiten, die die Schweiz zu bieten hat. «Die Natur will dich zurück» lautet das Motto der Sommer-Kampagne 2017, die insbesondere Naturliebhaber ansprechen soll und alles in allem Investitionen in der Höhe von 45,5 Millionen Franken umfasst. Die spektakuläre Natur sei für die meisten Gäste das Hauptmotiv für eine Reise in die Schweiz, erklärte Jürg Schmid vor den Medien.

Der Direktor von Schweiz Tourismus sieht den Natur- und Erlebnistourismus zudem als Gegenbewegung zum weltweit boomenden Massentourismus (siehe Interview). Die Sehnsucht nach Authentizität und Ruhe, das Entdecken von lokalen Kulturen und Bräuchen sowie die Schönheit der Natur und die Faszination der Tierwelt: Damit will die Schweiz bei den Gästen punkten. Denn: «Die Welt ist entdeckt, das Erlebnis ist der neue Luxus», sagte Schmid. Und: «Ruhe wird wieder cool.»

Neue Onlineplattformen für die Touristen

Um den Gästen die Entdeckung der Schweizer Naturschönheiten zu erleichtern, hat Schweiz Tourismus verschiedene Onlineplattformen entwickelt. Auf einer von ihnen wurden mehr als 700 Erlebnisangebote zusammengetragen: von Abenteuer, Natur, Kultur, Kulinarik bis zu Erholung. Canyoning in der Viamala-Schlucht, der Besuch eines St. Galler Modeateliers, Kuh-Trekking im schaffhausischen Hemishofen, ein Alphorn-Workshop in Tschiertschen oder der höchstgelegene Kochkurs Europas auf 2200 Metern über Meer auf der Alp Laret im Unterengadin sind nur einige Beispiele.

Auch Wildtier-Freunde kommen auf ihre Kosten. Wer schon immer mal Rothirsche, Stein­böcke oder Gämsen in freier Wildbahn beobachten wollte, wird auf myswitzerland.com fündig. Über 130 Angebote für Wildtierbeobachtungen in der ganzen Schweiz sind hier bei spezialisierten Anbietern buchbar. So kann man etwa mit einem Biologen auf Biber-Safari im Rhein gehen, im Unterengadin Schlangen und Eidechsen suchen – oder in Bergün Steinadler und Bartgeier. Abgerundet wird das neue Erlebnisangebot von Schweiz Tourismus schliesslich mit einer Plattform für aussergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Dort sind über 200 Alphütten aufgeführt, die gemietet werden können. Allein in Graubünden sind es über 60.

Auch dank dieser Erlebnisplattformen hofft man bei Schweiz Tourismus nach einer durchzogenen Wintersaison auf die Trendwende. Die Hotel-Logiernächte dürften im Sommer laut Prognose leicht zulegen: schweizweit um 1,4 Prozent, im Alpenraum um 0,8 Prozent. «Der Schweizer Tourismus wird Boden finden und zu einer sanften Erholung ansetzen», gab sich Schmid nach schwierigen Jahren im Zeichen der Frankenstärke optimistisch. Während die Gäste aus Asien und den USA diesen Sommer wieder ein starkes Wachstum bringen sollten, dürfte die Nachfrage aus Deutschland erst gegen Ende Sommer anziehen. Ein grosses Fragezeichen gibt es wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit bei den britischen Gästen.

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