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STRATEGIE: Jedes Jahr eine Innovation

Die Bauwerk Boen Parkett Group aus St. Margrethen will Europas wertvollstes Parkettunternehmen werden. In Kroatien steht ein neues Werk kurz vor der Eröffnung. Am Hauptsitz wird investiert und produziert.
Stefan Borkert
Die Lagerplätze für die Vorfertigung in St. Margrethen sind verwaist. Ein Teil wird verkauft, ein anderer Teil wird Park. (Bilder: Urs Bucher (St. Margrethen, 22. August 2017))

Die Lagerplätze für die Vorfertigung in St. Margrethen sind verwaist. Ein Teil wird verkauft, ein anderer Teil wird Park. (Bilder: Urs Bucher (St. Margrethen, 22. August 2017))

Stefan Borkert

Exotische Hölzer als Bodenbelag sind so gut wie verschwunden. Gefragt ist Eiche. Sie macht 93 Prozent des verarbeiteten Holzes für Parkettböden aus. Klaus Bammertz, Chef der Bauwerk Boen Parkett Group sagt, dass die Nachfrage nach Eichen sehr hoch sei. Eichenholz muss in die Schweiz importiert werden, aus Russland, aus Litauen, aus Kroatien und aus Nordpolen etwa.

Erster Frankenschock erforderte rasches Handeln

Dadurch ist Bauwerk Parkett schon vom ersten Frankenschock 2011 massiv getroffen worden. «Wir konnten nicht mehr mit Gewinn produzieren», sagte gestern Bammertz am Hauptsitz in St. Margrethen. Der Schwabe suchte eine Lösung und fand sie 2013 im Zusammenschluss mit der norwegischen Firma Boen AS. Produziert wird heute verstärkt dort, wo das Holz wächst. In Litauen steht ein hochmodernes Werk. Kaliningrad und Kroatien sind weitere Standorte, in die investiert wurde. In Kroatien wird Bauwerk nächstes Jahr Europas modernste Dreischicht-Parkett-Produktion in Betrieb nehmen.

Und doch bleibt der Standort St. Margrethen auch als Produktionsstandort erhalten. 67 Prozent der Produktion findet dort statt. 30 Prozent sind es in Litauen und 3 Prozent in Kroatien. Ausgelagert worden nach Kroatien ist von St. Margrethen die Vorfertigung wie etwa die Trocknung. Holzkontingente erhalte man in Kroatien und anderen Ländern oft nur, wenn auch eine gewisse Fertigungstiefe und damit Wertschöpfung im betreffenden Land bleibe, erklärt Bammertz. Und gerade Kroatien sei ein guter Standort, denn das Klima und der Boden lasse Eichen in bester Qualität wachsen. Allein durch die Vorfertigung in Kroatien werde auch der Güterverkehr auf der Strasse um rund 500 Lastwagen entlastet, sagt Martin Schönenberger, Chefeinkäufer für Holz bei Bauwerk. Je besser die Rohqualität, desto höher ist auch der Nutzungsgrad eines Eichenstammes. Im Durchschnitt würden 36 Prozent eines Stammes für die Parkettproduktion genutzt, erklärt er. 156000 Stämme verarbeite Bauwerk im Jahr. Die Strategie des Unternehmens sieht unterdessen vor, dass vermehrt auch digitale Kanäle genutzt werden, dass man sich breit aufstellt und, dass man weg vom Produkt hin zur Marke geht. Markenchef Ansgar Igelbrink erläutert, dass das Bauwerk-Parkett mit einem Markenzeichen versehen werde, das eine zehnjährige Garantie verspricht.

Zentrales Thema sind Oberflächen

Damit die Böden halten was sie versprechen, wird in St. Margrethen investiert. 2 Millionen Franken dieses Jahr und noch einmal so viel 2018. Forschung und Entwicklung sind dabei ein grosses Thema. Oberflächen und deren Belastbarkeit, sowie Gesundheit stehen im Zentrum. Entwicklungsdirektor Martin Glaunsinger zeigt im Labor, was Oberflächen alles aushalten müssen. Die Bandbreite reicht von Feuer, Abrieb über Chemikalien bis hin zu Flüssigkeiten im Haushalt.

Ehrgeiziges Ziel sei es, jedes Jahr mit einer Innovation auf den Markt zu kommen. Auch damit will man die Marktführerschaft festigen, denn der Konkurrenzkampf ist gross. Robotik, Automation und Markteroberung sind weitere Aspekte der Strategie. Und die scheint aufzugehen. «Wir wachsen jedes Jahr zwischen vier und fünf Prozent», sagt Bammertz. Inzwischen erzielt die Bauwerk Boen Group mit ihren 2000 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von rund 280 Millionen Franken.

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