Raiffeisen-Affäre: Strafverfahren gegen Ehefrau von Pierin Vincenz eröffnet

Nach Raiffeisen-Ex-Chef Pierin Vincenz gerät auch seine Ehefrau, Nadja Ceregato, ins Visier der Ermittlungsbehörden. Der Vorwurf: Verletzung des Geschäftsgeheimnisses. 

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Nadja Ceregato-Vincenz. (Bild: pd)

Nadja Ceregato-Vincenz. (Bild: pd)

(sda/lim) Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat ein Strafverfahren gegen die Ehefrau von Pierin Vincenz eröffnet. Das berichtet die Handelszeitung. Nadja Ceregato-Vincenz wird vorgeworfen, das Geschäftsgeheimnis verletzt zu haben. 

Ceregato-Vincenz war ab 2005 Rechtschefin und ab Frühjahr 2015 Compliance-Chefin von Raiffeisen. Ende 2017 ist sie aus dem Unternehmen zurückgetreten.

Pierin Vincenz soll vertrauliche Informationen bekommen haben

Die separate Strafuntersuchung stehe im Zusammenhang mit der bankinternen Aufarbeitung der Ära Vincenz, schreibt die Handelszeitung. Gemäss ihren Recherchen sollen im Zuge der Untersuchung im Fall Vincenz handschriftliche Notizen aufgetaucht sein, die darauf deuten lassen, dass Vincenz Inhalte aus einem bankinternen Gutachten kannte. Dieses war jedoch vertraulich.  

Auf die Verletzung des Geschäftsgeheimnisses steht gemäss Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Wie immer gelte in der jetzigen Phase des Verfahrens die Unschuldsvermutung, sagt Erich Wenzinger, Kommunikationsbeauftragter der Zürcher Staatsanwaltschaft, gegenüber der Handelszeitung.

Gegen Pierin Vincenz läuft seit Februar 2018 ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsführung. Vincenz war von der Zürcher Justiz aus diesem Grund für mehrere Monate in Untersuchungshaft gesetzt worden. Während seiner Amtszeit hatte Raiffeisen Schweiz zahlreiche Beteiligungen aufgekauft, darunter an der KMU-Finanzierungsfirma Investnet. Die Justizbehörden verdächtigen Vincenz, sich bei solchen Transaktionen persönlich bereichert zu haben.

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Alexandra Pavlovic