Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STRAFANZEIGE: Hausdurchsuchung: Zwei Strafanzeigen gegen Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz

Pierin Vincenz kommt erneut unter Druck: Weil die Aduno Holding AG Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen ihren ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten eingereicht hat, wurde am Dienstag sein Haus durchsucht. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe reichte auch Raiffeisen Strafanzeige ein.
Gegen Pierin Vincenz sind zwei Strafanzeigen eingegangen. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Gegen Pierin Vincenz sind zwei Strafanzeigen eingegangen. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

  • Die Aduno-Gruppe hat gegen ihren ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Pierin Vincenz Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eingereicht.
  • Am Dienstag fand bei Vincenz eine Hausdurchsuchung statt.
  • Auch Raiffeisen Schweiz reichte in der Folge am Mittwoch eine Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Geschäftsleitungsvorsitzenden Vincenz ein.

Daniel Zulauf

Pierin Vincenz war bis vor knapp drei Jahren als Chef von Raiffeisen der vielleicht einflussreichste Banker in der Schweiz. Jetzt ermittelt die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich in Sachen ungetreue Geschäftsbesorgung gegen den 61-Jährigen und einen seiner Mitstreiter.

Ins Rollen gebracht hat die Strafuntersuchung der Verwaltungsrat der Aduno-Gruppe, der am 21. Dezember Strafanzeige gegen die beiden verdächtigen Personen eingereicht hatte. Aduno betreibt das Kreditkartengeschäft und vermittelt Kleinkredite. Die Gesellschaft gehört einer Gruppe von Schweizer Kantonal- und Regionalbanken mit Raiffeisen als grösster Aktionärin. Vincenz war bis im Juni 2017 Verwaltungsratspräsident von Aduno. Der zweite Verdächtige sass als einfaches Mitglied im Gremium. Gemäss einer gestern von Aduno verbreiteten Mitteilung erteilte der Verwaltungsrat im November 2017 einer Anwaltskanzlei den Auftrag, verschiedene Übernahmen der Gesellschaft aus den

vergangenen Jahren auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses wurde die Strafanzeige eingereicht.


Raiffeisen zieht nach

Nun kam auch die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass hier eine formelle strafrechtliche Untersuchung nötig sei. Doch es kommt noch dicker: Gestern reichte auch der Verwaltungsrat von Raiffeisen auf Antrag der Geschäftsleitung Strafanzeige gegen Vincenz und weitere, möglicherweise involvierte Personen ein. Der Vorwurf: ungetreue Geschäftsbesorgung im Aduno- und Investnet-Umfeld. Investnet ist eine Finanzierungs- und Beteiligungsgesellschaft, die Raiffeisen 2012 zusammen mit Drittinvestoren gegründet hatte. Raiffeisen besitzt einen 60-Prozent-Anteil an Investnet, und die Drittinvestoren halten 40 Prozent. Verwaltungsratspräsident von Investnet ist Vincenz.

Er hatte zwei Tage vor Bekanntwerden der strafrechtlichen Untersuchung seinen Rücktritt auf die nächste Generalversammlung im April angekündigt. Raiffeisen begründet die Strafanzeige mit dem Bedürfnis, eine juristische Aufklärung aller Vorgänge in der Vergangenheit zu erhalten. Mit diesen Vorgängen sind wiederum verschiedene Übernahme- und Beteiligungstransaktionen gemeint, bei denen sich die privaten finanziellen Interessen von Vincenz offenbar in einem ungewöhnlichen Mass mit den Interessen der Unternehmen und ihrer Aktionäre beziehungsweise Genossenschafter vermischt haben. An Transparenz fehlt es offensichtlich. Bereits am 13. Oktober hatte die Finanzmarktaufsicht (Finma) eine Untersuchung gegen Raiffeisen in Sachen Corporate Governance angestrengt, die immer noch hängig ist. Auch Vincenz persönlich wurde von der Finma unter die Lupe genommen, was ihn kurz darauf zum Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Helvetia-Versicherungen zwang. Vincenz sagte schon damals, er sei sich keiner Schuld bewusst.

Vincenz zeigt sich überrascht

Diese Behauptung liess Pierin Vincenz gestern am Tag nach einer Hausdurchsuchung wiederholen: «Als am Morgen früh die Polizei vor der Tür stand, war das für mich ein Schock. Ich bin von dieser Strafuntersuchung total überrascht und erstaunt. Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe vehement und werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren. Ich habe die Interessen der Firmen, für die ich gearbeitet habe, stets gewahrt und bin nach wie vor überzeugt, dass ich mir nichts zuschulden kommen liess», erklärte Vincenz gestern. Die Affäre dürfte noch einigen Staub aufwirbeln.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.