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Störende Nebengeräusche im Kaff und wüste Machtkämpfe um die Firma «Nüssli»

«Nüssli», die international anerkannte Spezialistin für temporäre Bauten, kämpft um ihr Überleben. Die Sanierer sehen das Unternehmen auf Kurs, als plötzlich von einem Krimi und wüstem Machtkampf die Rede ist.
Stefan Borkert
Richtfest im März in Wolfsburg. Dort baut die Nüssli-Gruppe für Volkswagen das neue Eventcenter «Halle 1». (Bild: PD)

Richtfest im März in Wolfsburg. Dort baut die Nüssli-Gruppe für Volkswagen das neue Eventcenter «Halle 1». (Bild: PD)

Auf der einen Seite steht ein Unternehmen von Weltruf, das viel beachtete Pavillons für Weltausstellungen, temporäre Stadien und Tribünen für Grossveranstaltungen oder Spezialbauten für Unternehmen rund um den Erdball erstellt. Auf der anderen Seite ist das Unternehmen, eigentlich ein «Hidden Champion» der Ostschweiz, wegen Turbulenzen in den letzten Jahren in die Schlagzeilen geraten.

Ausgewählte Unternehmerpersönlichkeiten, Investoren und die kreditgebenden Banken haben inzwischen mehr als 30 Millionen Franken Kapital eingeschossen, um die Firma mit 420 Mitarbeitern wieder auf Kurs zu bringen. Ins Straucheln geraten war das Unternehmen, weil während zehn Jahren um die 50 Millionen Franken verloren gegangen sind. Gründe dafür sind verlustreiche Projekte, ein zuletzt kannibalisierender Konkurrenzkampf und ein Abschreiber in Höhe von 15 Millionen Franken an der Weltausstellung 2015 in Mailand. Die Amerikaner haben den US-Pavillon nicht bezahlt, den «Nüssli» baute.

Als Geschäftsleiter ist Fred Gamper eingesetzt, der zusammen mit dem aktuellen Verwaltungsratspräsidenten von «Nüssli», Bernhard Hammer, schon so manche Sanierung über die Bühne gebracht hat. Gamper und seine Mannschaft haben das Projekt «Tina» aufgegleist, das allein die Rettung der Firma zum Ziel hat. Tina, so Gamper, bedeute übrigens «there is no alternative», es gibt keine Alternative. 2020 sollen die Restrukturierungsmassnahmen so weit greifen, dass wieder schwarze Zahlen geschrieben werden können und der Turnaround geschafft ist. «Der gesamte Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden stehen geschlossen hinter dem Projekt. Der Turnaround ist wichtig für die Sicherung der über 420 Arbeitsplätze der Nüssli-Gruppe», so Gamper. Massgeblichen Anteil daran soll unter anderem die Weltausstellung in Dubai 2020 haben. Gamper rechnet mit einem Auftragsvolumen von 80 bis 100 Millionen Franken.

Dass Gamper manchmal hemdsärmlig zu Werke geht, dar­aus macht er kein Hehl. Er und sein Team werden geholt, wenn es ans Eingemachte geht und harte Entscheidungen getroffen werden müssen. Dabei ist er mit Bernhard Hammer nicht immer einer Meinung. In einer guten Beziehung gehöre Streit dazu, sagt er. Hintergrund für die Äusserung ist ein Artikel auf dem Onlineportal «Inside Paradeplatz».

Investoren und Banken stehen hinter Hammer

Von einem Krimi um das KMU Nüssli im «Kaff» Hüttwilen ist dort unter anderem die Rede. Von wüsten Machtkämpfen im Hintergrund, Detektiven, die auf den aktuellen Nüssli-Verwaltungsratspräsidenten Hammer angesetzt sind und eben, dass Gamper den Kopf von Hammer gefordert habe. Hammer soll ein Ermittlungsverfahren in Genf gegen ihn verschwiegen haben. Um was es in der Untersuchung der Genfer Behörden geht, wird im Beitrag nicht genannt. Die Investoren stärken unterdessen Hammer den Rücken. Gamper sagt, dass der Krimi wohl eher ein Schauermärchen sei und: «Dass ich Bernhard Hammers Kopf gefordert habe ist doch absoluter Quatsch.» Seit 20 Jahren würden sie zusammenarbeiten. Dynamische Debatten seien ein Geheimnis ihres Erfolges.

Unzufriedene Familienmitglieder von Inhabervorgängern und Zoff sind bei schwierigen Sanierungsaufgaben oft an der Tagesordnung. Derzeit werde mit ehemaligen Inhabern konstruktiv versucht, eine Lösung zu finden, so Gamper. Dabei handle es sich nicht um die Familie Nüssli. Diese habe sich schon länger zurückgezogen, stellt er klar.

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