Stickereien für Kongressbesucher

Textilland Ostschweiz will die Tradition der Textilindustrie in der Ostschweiz touristisch nutzen. Wie diese Angebote auch für Veranstalter von Kongressen genutzt werden können, wurde gestern im Textilmuseum vorgestellt.

Kaspar Enz
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Karin Bischoff (Mitte) hilft den Besucherinnen beim Zusammenstellen eines Kleinods aus Stickereien. (Bild: Urs Bucher)

Karin Bischoff (Mitte) hilft den Besucherinnen beim Zusammenstellen eines Kleinods aus Stickereien. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. St. Gallen-Bodensee Tourismus und Textilland Ostschweiz hatten Kongressorganisatoren ins Textilmuseum eingeladen, und für einmal stürzten sich die Besucher nach den Präsentationen nicht nur auf den Apéro. Neben einer alten Stickmaschine, umrahmt von feinen Stoffen, konnten sich die Besucher aus dem Haufen von gestickten Stoffen selber eine Brosche zusammenstellen. Das bietet Karin Bischoff, Mitinhaberin der St. Galler Design- und Schneiderwerkstatt «die Manufaktur», im Rahmen des Projekts Textilland Ostschweiz an – nun auch für Kongressteilnehmer.

Unternehmen und Museen

Ein grosser Teil der Touristen kommt wegen Kongressen und Tagungen in die Gallusstadt, sagt Iwan Köppel, Geschäftsführer von Textilland. «Mit diesen Angeboten wollen wir dazu beitragen, dass St. Gallen als Kongressstadt attraktiv bleibt.» Textilland, vor rund zwei Jahren gestartet, will die textile Tradition der Region vom Thurgau bis ins Appenzellerland für Touristen erfahrbar machen – und bringt dafür Textilunternehmen, Hotels und Museen zusammen. Viele Angebote, wie das Saurer-Museum in Arbon oder das Textilmuseum, waren schon da. Diese zu bündeln, ist deshalb eine wichtige Aufgabe von Textilland, neben der Entwicklung neuer Ideen. «Für uns stellt sich die Frage, welche Kanäle gibt es, um diese Angebote bekanntzumachen», sagt Köppel – Kongressveranstalter sollen sie nun auch nutzen können.

Führungen und Geschenke

Dafür, dass Kongressveranstalter in St. Gallen passende Räume, Hotels oder eben ein textiles Rahmenprogramm finden, sorgt Urs Treuthardt, bei St. Gallen-Bodensee Tourismus. Die Angebote von Textilland liessen sich «sehr gut in einer Tagung einbauen», sagt er: Führungen durch Textilunternehmen zum Beispiel, ein Apéro im Textilmuseum oder kleine Geschenke für Kongressteilnehmer, wie mit Stickereien bedruckte Taschen. Mit der Tradition der Textilindustrie habe St. Gallen und die Region «ein Alleinstellungsmerkmal, das andere Städte nicht bieten können» – und das bis anhin noch zu wenig nach aussen getragen worden sei.

Die Präsentation gesehen hat auch Irene Wild. «Es begann gleich zu rattern», sagt sie. Sie bringt eine Tagung für Business Engineering nach St. Gallen – «da kommen vor allem Leute aus der Finanzwelt – ein kreativer Touch täte da sicher gut», sagt sie.