St.Galler Kantonalbank trennt sich von Hyposwiss

ST.GALLEN. Die St. Galler Kantonalbank trennt sich von Teilen ihrer Tochter Hyposwiss. Der Genfer Ableger der Privatbank sowie das Osteuropa- und Lateinamerika-Geschäft werden verkauft. Der Verkauf habe nichts mit dem US-Geschäft der Hyposwiss zu tun, sagt SGKB-Chef Roland Ledergerber.

Drucken
Teilen
Die St.Galler Kantonalbank fokussiert künftig auf die Märkte in der Ostschweiz, im Rest des Landes sowie in Deutschland. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die St.Galler Kantonalbank fokussiert künftig auf die Märkte in der Ostschweiz, im Rest des Landes sowie in Deutschland. (Bild: Hanspeter Schiess)

Dass sich die SGKB wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren wolle, habe die Bankleitung bereits im Herbst 2012 beschlossen, sagte Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung, am Donnerstag an einer Telefonkonferenz zu Medienvertretern. Damals sei der Steuerstreit mit den USA noch kein Thema gewesen.

Die SGKB begründete den Verkauf mit den «gegenwärtigen fundamentalen Veränderungen im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft». Sie will sich stärker auf ihre Kernmärkte konzentrieren. Damit würden «die unternehmerischen Risiken» reduziert. Das St.Galler Staatsinstitut hatte bereits im April bekannt gegeben, man prüfe einen Verkauf der Hyposwiss.

Keine fehlbaren Geschäfte
Die Hyposwiss war im Zusammenhang mit dem Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA in die Schlagzeilen geraten. In Medienberichten war spekuliert worden, die Privatbank habe sich um US-Kunden bemüht und stehe im Visier der amerikanischen Steuerbehörden.

Das stimme nicht, sagte Ledergerber. Hyposwiss Genf und Zürich hätten zwar US-Vermögen in der Höhe von 500 Millionen Franken verwaltet. Die Banken hätten aber keine aggressiven oder gar fehlbaren Geschäfte in den USA getätigt und seien zu keiner Zeit in Untersuchungen mit Behörden in den USA oder der Schweiz involviert gewesen.

Neue Besitzer
Der neue Besitzer des Osteuropa− und Lateinamerika-Geschäfts der Hyposwiss ist die Banque Privée Espírito Santo, die Schweizer Tochter der portugiesischen Espírito Santo Gruppe. Sie eröffnet im Zuge der Übernahme eine Zweigniederlassung in Zürich, wie das Institut mitteilte. Das Osteuropa-Geschäft wird an die Privatbank Falcon verkauft. Die Genfer Niederlassung der Hyposwiss geht an die Mirelis InvestTrust. Über den Verkaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

25 Stellen werden gestrichen
Die übrigen Geschäftsfelder der Hyposwiss werden in die SGKB integriert und als Private Banking Marktregion Deutschschweiz der SGKB am bisherigen Standort Zürich weitergeführt. Den strukturellen Änderungen fallen am Standort Zürich 25 Stellen zum Opfer.

Dank natürlicher Fluktuationen und Frühpensionierungen werde es nur wenige Entlassungen geben, sagte Ledergerber. Nach den Verkäufen werde der gesamte Personalbestand der SGKB noch 930 Vollzeitstellen, das sind 140 weniger als heute.

Geschäftsergebnis kaum tangiert
Die Umstrukturierung koste die SGKB unter dem Strich 7 Mio. Franken. Dank der guten Halbjahresbilanz erwartet die Bank im laufenden Jahr aber ein ähnliches Ergebnis wie 2012, sagte der SGKB-Chef. (sda)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 28. Juni.