St.Galler Kantonalbank mit höherem Ertrag aus Zinsengeschäft

Die St.Galler Kantonalbank (SGBK) hat im ersten Halbjahr den Bruttogewinn um 6 Prozent auf 106,7 Mio. Franken gesteigert. Der Konzerngewinn blieb mit 73,1 Mio. Franken trotz weggefallener ausserordentlicher Erträge auf Vorjahreshöhe.

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Die St.Galler Kantonalbank konnte mehr Kundengelder verwalten. (Bild: Ralph Ribi)

Die St.Galler Kantonalbank konnte mehr Kundengelder verwalten. (Bild: Ralph Ribi)

Als tragender Pfeiler der Bank erwies sich das Zinsengeschäft: Der Ertrag stieg von Januar bis Juni verglichen mit dem ersten Halbjahr 2011 um 8,1 Prozent auf 154,7 Mio. Franken, wie die der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Roland Ledergerber, am Mittwoch informierte.

Dazu trug bei, dass die Kundenausleihungen um 2,7 Prozent auf 21,846 Mrd. Franken stiegen. Die Kundengelder erhöhten sich um 3,3 Prozent. Anderseits konnte sich die Bank billiger gegen das Risiko steigender Zinsen absichern. Die SGKB habe ihre Zinsabsicherungen dabei sogar erhöht, sagte Ledergerber.

Die verwalteten Vermögen verharrten mit 37,5 Mrd. Franken auf dem Stand des Vorjahrs. Während die Bank im Heimmarkt Neugeld-Zuwächse verzeichnete, flossen im Offshore-Geschäft wie erwartet Gelder ab. So ist die SGKB daran, sich von Kunden mit US-Domizil zu trennen.

Zurückhaltende Anleger
Beim Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft spürte die Kantonalbank den unsicheren Börsengang und die Zurückhaltung der Anleger: Der Erfolg fiel mit 70 Mio. Franken um knapp 10 Prozent tiefer aus als im Vorjahr.

Zum guten Ergebnis trug auch der um 1,7 Prozent reduzierte Geschäftsaufwand von 138,8 Mio. Franken bei. Vor allem der Sachaufwand ging zurück, weil Informatik-Projektkosten wegfielen. Die Personalkosten stiegen durch Lohnerhöhungen um 0,4 Prozent.

Verwaltungsratspräsident Franz Peter Oesch bezeichnete das Ergebnis als “sehr solide und gut“. Die Bilanz der SGKB sei gesund, die Kapitalquote hoch. Positiv äusserte sich Oesch zu den Plänen der St.Galler Regierung, die SGKB einen Schritt weiter zu privatisieren.

Abgeltungssteuer akzeptabel
Von grosser Bedeutung für die SGKB ist laut ihrem Chef Roland Ledergerber die viel diskutierte Abgeltungssteuer. Diese sei ein “akzeptabler Kompromiss“ und werde von der SGKB unterstützt, sofern die Lösung dauerhaft sei. Die Schweiz könne so ihre finanzielle Privatsphäre erhalten.

Für 2012 insgesamt zeigten sich die Bankspitzen verhalten optimistisch. Ledergerber und Oesch rechnen mit einem Reingewinn leicht über dem Vorjahresniveau. (sda)